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Anlage N in der Steuererklärung Von diesen Pauschalen können Steuerzahler profitieren

Ob für Büromaterial, Online-Bewerbung oder einen beruflich bedingten Umzug: Mit angesetzten Pauschalen in der Steuererklärung können Arbeitnehmer Geld sparen. Steuerberater Clemens Helf erklärt, auf welche Belege man verzichten kann.

29.05.2017 10:00
Für Arbeitnehmer ist die Anlage N der Steuererklärung besonders wichtig. Hier werden zum Beispiel die Werbungskosten eingetragen. Foto: dpa-tmn

Die „sonstigen Umzugskosten“ müssen nicht einzeln belegt werden, sondern können pauschal abgezogen werden. Ledige dürfen 715 Euro ansetzen, Verheiratete 1429 Euro, für jede weitere Person im Haushalt können nochmal 315 Euro geltend gemacht werden.

Bewerbungskosten

Pro erstellter und versendeter Bewerbungsmappe können Sie 8,50 Euro ohne Nachweis ansetzen, für jede Onlinebewerbung 2,50 Euro.

Berufsbekleidung

Es gibt keine eigene Pauschale für die Anschaffung und Reinigung der Berufsbekleidung, da diese Kosten über die Arbeitsmittelpauschale bereits abgegolten sind. Deshalb kann es sich hier lohnen, die tatsächlichen Kosten anzusetzen.

Allerdings muss es sich um „typische Berufsbekleidung“ handeln, zum Beispiel Labormäntel, Ärztekittel, Uniformen, also solche Kleidungsstücke, die nicht dazu geeignet sind, auch privat getragen werden zu können. Krawatten und Anzüge sind beispielsweise keine typische Berufsbekleidung.

Die tatsächlichen Kosten der Reinigung dürfen Sie schätzen, wenn Sie Ihre Berufsbekleidung zu Hause waschen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e.V. hat für unterschiedliche Haushaltsgrößen die Kosten pro kg Wäsche errechnet. So verursacht ein Kilo Kochwäsche in einem Zwei-Personen-Haushalt beispielsweise Kosten von 0,50 Euro, das Trocknen im Ablufttrockner dieser Wäsche kostet 0,26 Euro. Diese Richtwerte sollten Sie bei der Berechnung Ihrer Reinigungskosten verwenden.

Verpflegungsmehraufwand

Wer außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte arbeitet, kann Mehraufwendungen für Verpflegung ansetzen, sofern er diese nicht von seinem Arbeitgeber steuerfrei erstattet bekommt.

Bei mehr als acht Stunden Abwesenheit können Sie 12 Euro für diesen Tag ansetzen. Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten mit Übernachtung gibt es für den An- und Abreisetag 12 Euro, für alle anderen Tage 24 Euro.

Telefonkosten

Sofern Sie Ihr Handy oder Festnetztelefon auch beruflich nutzen, können Sie bis zu 20 Euro pro Monat in Ihrer Steuererklärung angeben. Einen Anspruch auf Anerkennung dieser Pauschale haben Sie jedoch nicht.

Generell gilt hier: Je besser Sie Ihre berufliche Telefonnutzung belegen können, desto wahrscheinlicher anerkennt es das Finanzamt.

Arbeitnehmerpauschbetrag

Wenn die Summe Ihrer Werbungskosten (Pauschalen und Einzelnachweise) den Betrag von 1000 Euro übersteigen, ist es sinnvoll, die einzelnen Kosten anzugeben, da diese dann berücksichtigt werden.

Sofern die Kosten unter 1000 Euro bleiben, kann man sich die Arbeit des Belegsortierens sparen. Einen Werbungskostenbetrag in Höhe von 1000 Euro akzeptiert das Finanzamt bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit immer pauschal und ohne jeglichen Nachweis. Das ist der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag.

Dieser ist bei der Berechnung der Lohnsteuer allerdings auch schon berücksichtigt, so dass sich die Abgabe einer Einkommensteuererklärung in diesen Fällen in der Regel nur dann lohnt, wenn Sie noch andere Kosten geltend machen können (z. B. außergewöhnliche Belastungen, haushaltsnahe Dienstleistungen, Sonderausgaben, etc.).

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Steuererklärung

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