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Anlage N in der Steuererklärung Von diesen Pauschalen können Steuerzahler profitieren

Ob für Büromaterial, Online-Bewerbung oder einen beruflich bedingten Umzug: Mit angesetzten Pauschalen in der Steuererklärung können Arbeitnehmer Geld sparen. Steuerberater Clemens Helf erklärt, auf welche Belege man verzichten kann.

29.05.2017 10:00
Für Arbeitnehmer ist die Anlage N der Steuererklärung besonders wichtig. Hier werden zum Beispiel die Werbungskosten eingetragen. Foto: dpa-tmn

Arbeitnehmer zahlen ihre Einkommensteuer jeden Monat, wenn die Lohnsteuer durch den Arbeitgeber abgeführt wird. Sofern sie keine anderen Einkünfte haben und ihre Lohnsteuer anhand der Steuerklassen I oder IV (ohne Faktor) berechnet wird , sind sie in der Regel auch nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Aber: Die Abgabe einer Erklärung kann sich für viele Arbeitnehmer finanziell lohnen, wenn sie hohe Werbungskosten haben. Diese werden in der Anlage N der Steuererklärung angesetzt und mindern das zu versteuernde Einkommen. Je höher die Werbungskosten sind, desto mehr Geld gibt es vom Fiskus zurück.

Sofern Steuerzahler nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, können sie derzeit noch die Erklärungen der Jahre 2011 bis 2014 abgeben. Für die Steuererklärung 2011 ist jedoch der 31. Dezember 2015 der letztmögliche Abgabetermin.

Erwarten Arbeitnehmer also für das Jahr 2011 eine Steuererstattung, sollten sie sich jetzt beeilen. Sonst entgeht ihnen nicht nur ihre Steuererstattung. Auch die Verzinsung der Steuererstattung von 0,5 Prozent für jeden vollen Monat ab dem 1. April 2013 geht verloren.

Tipp: Steuerpflichtige müssen nicht alle Werbungskosten in der Anlage N mit Beleg nachweisen. An einigen Stellen dürfen sie Pauschalen ohne Einzelnachweis ansetzen – so wird das Ganze vereinfacht. In vielen Fällen ist der Ansatz der Pauschalen sogar finanziell vorteilhafter, als die tatsächlichen Kosten anzusetzen.

Pendlerpauschale

Für jeden Entfernungskilometer von der Wohnung zum Arbeitsplatz (Erste Tätigkeitsstätte) gestattet das Finanzamt einen Ansatz von 30 Cent pro Kilometer pro Arbeitstag. Hier werden also nicht die durch Hin- und Rückfahrt tatsächlich gefahrenen Kilometer akzeptiert, sondern nur jeweils nur eine Strecke pro Tag.

Bei einer 5-Tage-Woche werden in der Regel 230 Arbeitstage akzeptiert. Bei Lehrern werden meistens 192 Fahrten ohne Nachweis anerkannt.

Reisekosten

Haben Sie neben den Fahrten zu Ihrer ersten Tätigkeitsstätte weitere berufliche Fahrten zu anderen Zielorten mit Ihrem privaten Kraftfahrzeug gemacht, können Sie diese ebenfalls ansetzen.

Hier akzeptiert das Finanzamt 30 Cent Kosten pro tatsächlich gefahrenem Kilometer, also sowohl Hin- als auch Rückfahrt, allerdings nur, wenn Sie die Fahrtkosten auch tatsächlich selbst getragen haben. Fahrtkosten, die Ihr Arbeitgeber Ihnen bereits steuerfrei erstattet hat, können Sie nicht mehr ansetzen. Haben Sie Reisekosten anzusetzen, sollten Sie Ihrer Steuererklärung eine einfache und übersichtliche Aufstellung der relevanten Fahrten beilegen.

Für Arbeitsmittel kann man eine Pauschale von 110 Euro pro Jahr ansetzen. Darunter fallen Büromaterial, Werkzeug, Berufsbekleidung, Büromöbel, PC, Fachliteratur.

Falls die tatsächlichen Kosten für Arbeitsmittel höher sind, sollte man diese anhand von Belegen nachweisen und angeben. Die Pauschale kann dann natürlich nicht mehr abgezogen werden.

Kontoführung

Für die Kosten der Kontoführung können ohne Nachweis 16 Euro angesetzt werden.

Berufsbedingter Umzug

Steht bei Ihnen aus beruflichen Gründen ein Umzug an? Zum Beispiel aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels oder aufgrund einer erheblichen Zeitersparnis (mindestens eine Stunde pro Arbeitstag) durch die kürzere Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz?

In diesem Fall können Sie die Umzugskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Es wird zwischen „Umzugskosten“ und „sonstigen Umzugskosten“ nach dem Bundesumzugskostengesetz entschieden.

„Umzugskosten“ sind Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen, Maklergebühren bei Mietimmobilien, doppelte Mietzahlungen, Kosten für den Transport des Hausrats, Reparatur von Transportschäden, Anschaffung eines Kochherds und Nachhilfekosten für die Kinder. Diese Kosten müssen dem Finanzamt tatsächlich belegt werden.

Darüber hinaus gibt es „sonstige Umzugskosten“ wie die Renovierung der alten Wohnung, Trinkgeld und Verpflegung für Umzugshelfer, Ändern von Vorhängen, Anbringen von Lampen, Einbau von Küchenmöbeln und –geräten, Ummeldung von Pkw und Telefon.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Steuererklärung
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