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Daten im Netz Creative Commons: So darf man Fotos & Co. teilen

Texte, Filme Songs: Das Internet ist zu einer riesengroßen Tauschbörse geworden. Dabei werden ständig Inhalte geteilt oder in sozialen Netzwerken gepostet. Oft weiß der Urheber gar nichts von der Veröffentlichung, und seine Erlaubnis einzuholen, ist oft schwierig. Das soll die Creative Commons Lizenz ändern.

16.09.2013 12:27
Copyright sieht anders aus: Creative Commons hat viele Befürworter - einige tragen ihre Unterstützung auch mit Buttons zur Schau. Foto: dpa-tmn

Deutsches Urheberrecht ist kompliziert und veraltet. Wie einfach es sein kann, Songs, Fotos oder Texte zu teilen, macht die Creative-Commons-Lizenz (CC) vor. Aber natürlich gibt es auch Grenzen, etwa bei der kommerziellen Verwertung.

Das CC-Grundprinzip ist denkbar einfach. „Urheber geben ihre Werke unter bestimmten Bedingungen zur Nutzung frei“, erklärt Markus Beckedahl, Projektleiter von Creative Commons Deutschland. „Dank dieser Nutzungsfreiheiten können Nutzer wiederum auf die Werke anderer zugreifen, ohne extra nachfragen und einen Vertrag abschließen zu müssen, wie das Urheberrecht es verlangt.“ Bei CC sieht man gleich, was erlaubt ist, erklärt Catrin Schoneville, Sprecherin von Wikimedia Deutschland. „Der Nachnutzer kann auf einen Blick sehen, ob er ein unter einer bestimmten CC-Lizenz freigegebenes Werk für einen bestimmten Zweck nutzen kann.“

Es gibt sechs verschiedene CC-Lizenzen, die alle eine Bedingung haben. „Der Urheber muss immer genannt werden“, sagt Beckedahl von Creative Commons Deutschland. „Als Urheber kann ich davon profitieren, dass Nutzer meine Werke weiterkopieren und mich und meine Werke dadurch bekannter machen.“

Mit Filter für CC-Werke suchen

Die verschiedenen CC-Lizenzen setzen sich aus Modulen zusammen. So kann man verfügen, dass ein Werk nicht kommerziell verwendet werden darf (non-commercial, NC), eine Bearbeitung verbieten (no derivates, ND) oder eine Weitergabe nur unter gleichen Bedingungen vorschreiben (share alike, SA). Daraus ergeben sich die sechs Lizenzen. Immer dabei: das BY-Modul für die Nennung des Autorennamens.

Wer CC-Werke wie Fotos oder Musik sucht, kann bei Suchmaschinen oft einen Filter setzen. Creative Commons bietet aber auch selbst eine Metasuche. Dazu kommen spezialisierte CC-Portale, etwa für Musik. „Es gibt Portale wie Jamendo.com, wo tausende Künstler zu finden sind“, sagt Beckedahl. „Plattformen wie Soundcloud haben zumindest die Möglichkeit eingebaut, ebenfalls explizit unter CC zu veröffentlichen und danach zu suchen.“

„Wichtig ist, dass man einen Link dazu packt, wo man die Lizenzbestimmungen und die Nutzungsfreiheiten auf einen Blick sehen kann“, erklärt Markus Beckedahl. Die Links zu den Zusammenfassungen der Rechtstexte (License Deed) finden sich auf der CC-Projektseite.

„Für die Freigabe privater Werke sind alle CC-Lizenzen gleichermaßen geeignet“, sagt Wikimedia-Sprecherin Schoneville. Das sieht Weitzmann genauso: „Wir empfehlen allerdings durchweg, die Varianten BY und BY SA zu wählen, weil nur diese beiden eine echte Nachnutzung etwa in der Wikipedia zulassen.“ Die Idee dahinter heißt Free Cultural Works. Letztlich muss man selbst wissen, was man will. Das Teilen und Veröffentlichen zu vereinfachen, ohne kommerzielle Nutzung oder Veränderung zu riskieren, ist ja auch schon etwas. (dpa)

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