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Menschen zwischen links und rechts

Linkshänder weisen jährlich am 13. August auf ihre Probleme hin. Der 1976 von dem US-Amerikaner Dean Campbell initiierte Tag wurde damals auf Freitag, den 13. August, gelegt - als Zeichen gegen Aberglauben, der sich auch um Linkshändigkeit rankt.

13.08.2014 10:16
Internationaler Linkshändertag
In Deutschland leben etwa bis zu 12 Millionen Linkshänder. Foto: Soeren Stache Foto: Soeren Stache (dpa-Zentralbild)

Linkshänder weisen jährlich am 13. August auf ihre Probleme hin. Der 1976 von dem US-Amerikaner Dean Campbell initiierte Tag wurde damals auf Freitag, den 13. August, gelegt - als Zeichen gegen Aberglauben, der sich auch um Linkshändigkeit rankt.

Handelt man recht oder versucht man es auf die linke Tour? Die Begriffe «rechts» und «links» sind keine neutralen Seitenbezeichnungen, sondern drücken traditionell auch eine Wertung aus. Rechts gilt als gut und stark, links als schlecht und schwach.

Er hat möglicherweise einen biblischen Ursprung. Schon der liebe Gott schien Rechtshänder gewesen zu sein. Verkündet doch Moses: «Deine Rechte, Herr, ist herrlich an Stärke.» Christus sitzt nach christlicher Überlieferung zur Rechten Gottes, der Teufel kam vom rechten Weg ab. Linkshändige Frauen galten einst als vom Teufel besessen und wurden als Hexen verbrannt.

Der rechten Seite werden männliche Eigenschaften zugeschrieben, links gilt als weiblich. Dieser Aberglaube zeigte sich noch vor einiger Zeit in der Sitzordnung mancher Dorfkirchen: rechts saßen die Männer, links die Frauen. Auch bei der Hochzeit haben die Geschlechter meist feste Seiten: der Bräutigam rechts vom Altar, die Braut links.

Rechts gilt als «normal», denn nach vorsichtigen Schätzungen sind nur 10 bis 15 Prozent Linkshänder, in Deutschland etwa bis zu 12 Millionen. Generationen von kleinen Linkshändern wurden darum gedrillt, das «schöne Händchen» rechts zu nutzen und sich der Mehrheit anzupassen.

Linkshänder gelten als assoziationsfähiger und ideenreicher. Das Gehirn ist in eine rechte und eine linke Hälfte geteilt. Bei Linkshändern sind Teile der rechten Hirnhälfte stärker ausgeprägt, bei Rechtshändern umgekehrt. Musikalische oder künstlerische Fähigkeiten sollen eher von der rechten Hälfte dominiert sein, logisches und mathematisches Denken findet dagegen wohl eher links statt.

Auch wenn das einige von ihnen behaupten, bewiesen ist es nicht. Der Intelligenz-Quotient von Links- und Rechtshändern ist im Schnitt gleich. Allerdings gibt es unter Hochbegabten mehr Linkshänder als im Durchschnitt. Andererseits haben auch viele Linkshänder Lernschwierigkeiten. Eine mögliche Erklärung: Sie müssen besonders viele Hürden in der Rechtshänder-Welt bewältigen.

Im Spitzensport gibt es ungewöhnlich viele von ihnen, bei Sportarten mit Eins-zu-Eins-Kontakt wie Tennis, Boxen und Judo bis zu 55 Prozent. Hier könnte neben der Tendenz zur Beidhändigkeit ein mögliches Überraschungsmoment vorteilhaft sein, wenn etwa ein Ball oder Schlag unerwartet von links statt von rechts kommt.

Die politischen Begriffe entstanden während der 1789 begonnenen Französischen Revolution. In der Pariser Nationalversammlung saßen von der Rednertribüne aus betrachtet auf der linken Seite die besonders radikalen Revolutionäre, rechts hatten gemäßigte Abgeordnete ihren Platz. (dpa)

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