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Auswahl, Gestaltung, Anzahl Was bei Arbeitsproben wichtig ist

Viele Stellenanzeigen verlangen „aussagekräftige Arbeitsproben“: Welche Unterlagen sollten Bewerber dann mitschicken? Je mehr Erfahrung jemand hat, umso mehr Projekte kann er vorweisen - dann heißt es auswählen. Und wie können Berufseinsteiger überzeugen?

23.07.2018 05:05
Von Julia Felicitas Allmann, dpa
Andrea Erdmann
Andrea Erdmann arbeitet als Personalberaterin und Expertin für Online Recruiting. Foto: Petra Kirschbacher

In vielen Branchen gehören Arbeitsproben zum Standard einer Bewerbung. Gerade in Kreativberufen verlangen häufig Unternehmen Belege über bisherige Projekte.

Designer, Journalisten und Architekten können ihre bisherige Arbeit gut anhand von Artikeln, Layouts, Produkten oder Skizzen darstellen. „Im wissenschaftlichen Bereich zählen zu Arbeitsproben Veröffentlichungen und eigene Fachbeiträge, aber auch die Teilnahme an Kongressen oder Einladungen als Redner“, sagt Ann Krombholz, Karriereberaterin aus München.

Verlangt ein Unternehmen eine „aussagekräftige Arbeitsprobe“, sollten Bewerber dieser Bitte nachkommen. Und zwar auch, wenn sie noch am Anfang ihrer Karriere stehen und noch kein breites Portfolio haben. „Wenn die Erfahrung fehlt, würde ich mir immer selbst Projekte als Aufgabe stellen“, rät Krombholz.

„Ich kann für ein Unternehmen ein Corporate Design erstellen oder als Architektin ein tolles Haus entwerfen“. So erhält der potenzielle Arbeitgeber einen Eindruck vom Stil und der Qualifikation des Bewerbers. Dabei gilt es Qualität abzuliefern. „Und das kann man auch mit einem fiktiven Projekt unter Beweis stellen“, sagt Krombholz. Natürlich sollte man dann darauf hinweisen, dass es kein reales Projekt war.

Nicht immer steht der Name des Bewerbers sichtbar auf der eingereichten Arbeitsprobe. „Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Bewerber eine Spalte einbaut, aus der hervorgeht, um was für ein Projekt es sich handelt und welchen Teil er dabei konkret übernommen hat“, erklärt Erdmann. Natürlich ist nicht immer zu belegen, dass diese Angaben der Wahrheit entsprechen. Hier müssen die Personaler den Angaben des Bewerbers glauben. Doch wer sich mit fremden Erfolgen schmückt, kann davon ausgehen, dass diese im Laufe des Bewerbungsprozesses oder spätestens in der Probezeit auffliegen.

Wichtig ist, dass Auswahl und Aufbau stimmen. „Die Passgenauigkeit ist entscheidend“, sagt Andrea Erdmann, Personalberaterin aus Köln. „Für einen Personalentscheider ist es sehr zeitaufwendig, wenn das Portfolio so umfangreich ist, dass er sich relevante Projekte erst einmal mühselig selbst heraussuchen muss.“

Die Anzahl der Arbeitsproben steigt im Laufe der Berufsjahre und Position - mit zunehmender Erfahrung wird es wichtiger, sinnvoll auszuwählen. „Ein PDF mit etwa fünf bis zehn wirklich relevanten Arbeitsproben ist empfehlenswert“, sagt Erdmann. Dabei sollte man auf die Dateigröße achten: Ein schneller Download über ein Mailpostfach sei bei einem Datenvolumen von etwa 15 Megabyte möglich, erklärt Erdmann. Größere Dateien könne man in einer Cloud abspeichern und den Link versenden. Das schone das Postfach des Empfängers.

Auch eine eigene Website kann eine gute Möglichkeit sein, sein Können zu präsentieren. „Arbeitgeber schauen heutzutage häufiger ins Internet und recherchieren Bewerber““, sagt Karsten Noack, Kommunikations-Coach aus Berlin. Bestenfalls stoßen sie hier auf Veröffentlichungen oder andere Belege der bisherigen Arbeit.

Woran viele Bewerber nicht denken: Auch die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen ist eine Art Arbeitsprobe. Noack rät, dabei die Branche zu berücksichtigen sowie formale Vorgaben einzuhalten. Die Unterlagen zeigen, wie strukturiert jemand ist und sorgfältig etwa bei Rechtschreibung und Grammatik. Das sollten Bewerber ernst nehmen - ganz unabhängig davon, ob sie zusätzlich Arbeitsproben einreichen.

(Von Julia Felicitas Allmann, dpa)

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