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Miteinander Ladies first gilt bei der Begrüßung nicht immer

Auf einer geschäftlichen Veranstaltung kommt Ihnen ein Kunde mit seiner Assistentin entgegen. Ihre spontane Reaktion: Sie reichen der Dame die Hand zur Begrüßung nach dem Motto „Ladies first“. Dabei hatte der Kunde bereits zum Handschlag angesetzt: Denn in Etikette-Fragen gilt Gleichberechtigung.

27.10.2011 17:26
Kavaliersdelikt: Ladies first ist out. Der Hierarchie folgen ist in. Foto: dpa

Seien wir ehrlich: Das gesellschaftliche Miteinander scheint manchmal ganz schön verzwickt – und trotz nachweislich guter Kinderstube stolpert man oft von einer Unsicherheit zur nächsten. Folgender Faux pas ist Ihnen bestimmt auch schon passiert: Auf einer geschäftlichen Veranstaltung kommt Ihnen ein Kunde mit seiner Assistentin entgegen. Ihre spontane Reaktion: Sie reichen der Dame die Hand zur Begrüßung nach dem Motto „Ladies first“. Dabei hatte der Kunde bereits zum Handschlag angesetzt. Es bleibt das unangenehme Gefühl zurück, etwas ganz Wesentliches falsch gemacht zu haben. Aber was?

Begrüßung : Der Rang ist maßgeblich

Eigentlich ist es ganz einfach: Anders als im privaten Bereich zählt im Geschäftsleben beim Vorstellen und Begrüßen heute nur noch eines – die Hierarchie. Im Zuge der fortgeschrittenen Emanzipation spielen Alter und Geschlecht keine Rolle mehr, entscheidend ist immer nur: Wer ist der oder die Ranghöchste? Wobei in unserem Beispiel oben gleich zweimal kräftig ins Fettnäpfchen getreten wurde, denn ein Kunde ist für uns immer „König“ – und damit ranghöher. Der Höherstehende wird aber nicht nur zuerst begrüßt, sondern er entscheidet auch, ob er die Hand reichen will oder nicht. Wer also vermeintlich besonders höflich sein will und bereits mit ausgestreckter Hand auf seinen Gegenüber zuläuft, nimmt diesem die Möglichkeit zu entscheiden, ob er überhaupt mit Handschlag begrüßen möchte. Und tritt so bereits zum zweiten Mal ins Fettnäpfchen.

Benimm: Diesen Stil pflegt man im Ausland

In vielen anderen Ländern ist das Begrüßen mit Handschlag übrigens völlig unüblich, dafür sind in erster Linie die Deutschen bekannt. Also bei ausländischen Kunden bitte zurückhalten mit dem Händeschütteln. Für das Begrüßen ohne Handschlag gilt die Regel – genau wie in Deutschland – der Rangniedrigere grüßt den Ranghöheren zuerst. Alles eine Frage des Respekts.

Und dann passiert es garantiert, dass Sie beim nächsten Empfang selbstsicher mit ausgestreckter Hand auf Ihren Lieferanten zugehen –  der mit tadelndem Blick an Ihnen vorbei Ihre Mitarbeiterin begrüßt. Mit den bedeutungsvollen Worten: „Ladies first“... (ETI)


 

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