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Meditieren, musizieren Sieben Hobbys, die gut für unser Gehirn sind

Ein schönes Hobby macht nicht nur Spaß – wir können mit bestimmten Aktivitäten sogar unsere geistige Leistungsfähigkeit erhöhen. Denn immer wenn unser Gehirn etwas lernt, entstehen auch neue Verknüpfungen. Diese sieben Hobbys machen uns schlauer.

27.12.2016 13:34
Ob man nun in seiner Freizeit lieber meditieren oder musizieren möchte: Beides ist gut für unsere emotionalen und kognitiven Fähigkeiten. Foto: dpa

Spontan etwas unternehmen, ausschlafen oder übers Wochenende wegfahren: Für ihre Freizeit haben die Deutschen viele schöne Wünsche, in der Realität aber sitzen viele vor dem Fernseher oder Computer, zeigt der aktuelle Freizeit-Monitor der Stiftung für Zukunftsfragen.

Dabei sind bestimmte Freizeitaktivitäten nicht nur ein prima Ausgleich zum Job, sondern auch gut für unser Gehirn. Sie können uns sogar klüger machen. Wir stellen sieben solcher „Schlaumacher-Hobbys“ vor.

1. Ein Instrument spielen

Musizieren verbessert unsere kreativen und motorischen Fähigkeiten, unser analytisches Denken, unser Sprach- und Rechenpotenzial und vieles mehr. Das sind viele Vorteile – allerdings behaupten manche Menschen, dass man mit Teamsport das gleiche erreichen kann. Aber ein Instrument zu spielen, hat einen entscheidenden Vorteil: Musik machen stärkt das Corpus callosum, den Balken, der unsere beiden Gehirnhälften mit einander verbindet.

Wenn mehr Nervenfasern zwischen den beiden Gehirnhälften gebildet werden, wirkt sich das unter anderem positiv auf unsere Gedächtnisleistung und die Fähigkeit zur Problemlösung aus – das Alter spielt dabei keine Rolle.

2. Lesen – egal was

Lesen ist immer gut, egal ob man Fantasybücher, kitschige Liebesromane oder das aktuelle Wirtschaftsmagazin liest. Wer schmökert, reduziert seinen Stresslevel und fühlt sich dadurch wohler, außerdem wird die Intelligenz verbessert: Dazu zählt sowohl die Fähigkeit, logisch zu denken und Probleme zu lösen, als auch die emotionale Intelligenz, also das Vermögen, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Das hat nicht nur beruflich, sondern auch privat positive Auswirkungen.

3. Regelmäßig Sport treiben

Nur gelegentliche Bewegung bringt es nicht, auch nicht, wenn es ein extremes Workout ist. Nur wer regelmäßig Sport treibt, erzielt die gewünschte Wirkung: Die Gehirnzellen werden mit dem Wachstumsfaktor BDNF geflutet, ein Protein, das unter anderem das Gedächtnis und die Lern- und Konzentrationsfähigkeit (die „mentale Schärfe“) verbessert. Manche Forscher sind der Ansicht, dass zu viel und zu langes Sitzen den gegenteiligen Effekt hat und unser Gehirn dadurch nicht so gut funktioniert, wie es eigentlich könnte.

4. Eine neue Sprache lernen

Es sind nicht unbedingt Puzzle-Spiele, die unser Gedächtnis verbessern: Eine fremde Sprache zu lernen, ist viel effektiver. Studien zeigen, dass mehrsprachige Menschen besser formulieren können und Rätsel schneller knacken als Menschen, die nur eine Sprache beherrschen. Wer mit Erfolg Fremdsprachen lernt, trainiert sein Gehirn und bewältigt geistige Aufgaben wie Planen und Probleme lösen besser. Außerdem: Wer mindestens zwei Sprachen spricht, kann sich leichter konzentrieren und nimmt die Umgebung schneller und deutlicher wahr.

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5. Kumulatives Lernen

An vielen Schulen und Hochschulen wird das sogenannte „Bulimie-Lernen“ kritisiert: Wir stopfen unser Gehirn für eine Prüfung mit vielen Dingen voll, die wir nie wieder brauchen oder wiederholen werden. Dadurch gerät alles schnell wieder in Vergessenheit. Einen anderen Ansatz verfolgt das kumulative Lernen: Es geht nicht um die Menge, sondern um die Einbindung neuen Wissens in bereits vorhandene Wissensstrukturen.

Wer sich im Alltag bemüht, kumulativ zu lernen und sich kleine, sinnvolle Bruchstücke von Wissen aneignet und Bildungslücken gezielt füllt, schärft seine Intelligenz: Lesen so viel man kann, Debatten verfolgen und nachvollziehen und interessante Beobachtungen aufschreiben – all das kann Sie voranbringen. Auch eine neue Sprache eignen wir uns durch kumulatives Lernen an: Wir wiederholen Vokabeln und pauken Grammatik wieder und wieder, bis es schließlich sitzt.

6. Rätsel lösen und Spiele spielen

Es gibt Sudoku, Puzzles, Rätsel, Brettspiele, Computerspiele, Kartenspiele und vieles mehr: All diese Spiele erhöhen unsere sogenannte neuronale Plastizität, also die Fähigkeit unserer Nervenzellen und Synapsen, sich neu zu organisieren und anzupassen. Das Gehirn kann sich auf diese Weise so entwickeln, wie wir es benutzen – ähnlich wie ein Muskel, den wir fleißig trainieren (oder eben nicht).

Eine verbesserte Neuroplastizität hilft uns, verschiedene Blickwinkel einzunehmen und die Ursachen und Folgen von bestimmtem Verhalten und Emotionen nachzuvollziehen. Wir verstehen Zusammenhänge leichter und unsere kognitiven Fähigkeiten nehmen zu, auch soll das Risiko für Angststörungen und Depressionen geringer ausgeprägt sein.

7. Meditieren

Positive Emotionen wie liebevolle Güte und Mitgefühl können ebenso geübt werden wie das Spielen eines Instruments oder eine Sportart. Die Scans von 16 tibetischen Mönchen zeigten, dass die Aktivität in einem Gehirnbereich für Emotionen bei Menschen mit erheblicher Meditationserfahrung drastisch verändert war, berichteten US-Forscher von der Universität Wisconsin in Madison. Tibetische Meditation macht demnach den Menschen einfühlsamer. Die Studie wurde von der National Academy of Sciences veröffentlicht und sorgte für Aufsehen.

Getestet wurden Mönche mit mindestens 10.000 Stunden Meditationspraxis, zum Vergleich dienten 32 Menschen, die zwei Wochen zuvor in das Meditieren eingeführt worden waren. Die Stärke der Hirnsignale stimmte mit der von den Mönchen angegebenen Intensität der Meditation überein. Diese Hirnaktivität sei bei ihnen wesentlich stärker gewesen als bei der Kontrollgruppe, so die Forscher.

Mit regelmäßiger Meditation können wir also offenbar unsere Gehirnströme beeinflussen bzw. kontrollieren und verstärken, was wir fühlen möchten. Praktisch, wenn wir bei einem wichtigen Meeting oder einer Gehaltsverhandlung selbstbewusster auftreten wollen. Der allgemeine Gedanke dahinter: Das Gehirn hat die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln, und wir können es dabei unterstützen und verschiedene Hirnareale ansprechen: also unsere Stärken weiter ausbauen, und an unseren Schwächen arbeiten. (gs)

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