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Finanzen: Gehaltsvorstellungen Wie man sein Gehalt richtig verhandelt

Die Gehaltsfrage ist immer wieder ein heikles Thema im Bewerbungsgespräch. Manche Unternehmen fordern Gehaltvorstellungen bereits in der Stellenanzeige.

15.10.2012 15:51
Von Mascha Dinter
Über Geld zu reden ist nicht immer einfach. Im Bewerbungsgespräch muss man wissen, wann man das Thema auf den Tisch bringt. Foto: Endostock Fotolia

Softwareentwickler Christopher Hartl absolvierte etwa 15 Vorstellungsgespräche, auf die er sich gründlich vorbereitete. „Als erstes habe ich mir überlegt, was ich zu bieten habe“, erzählt der 26-Jährige. Während seines dualen Bachelor-Studiums hatte er bereits Praxiserfahrung gesammelt, hinzu kamen zwei Jahre Berufserfahrung in der Eisenbahnbranche bei einem Weltkonzern. Er rechnete sich aus, wie sein Bruttojahresgehalt und seine Monatsgehälter aussehen sollten.

Im Vorstellungsgespräch passte er sie dann den jeweiligen Anforderungen und Aufgaben einer Stelle an. „Bei einer Firma ohne Gleitzeit und mit einer hohen Anzahl von Wochenarbeitsstunden habe ich mehr Geld gefordert.“ Selbstbewusst ging Hartl in jedes Gespräch und landete schließlich bei einem großen Ingenieurdienstleister, wo sich ihm durch die Projektarbeit nicht nur ein breites Branchenspektrum eröffnete, sondern auch seine Wünsche nach flexiblen Arbeits- und Urlaubszeiten erfüllt wurden.

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Die Gehaltsverhandlungen sind bei Vorstellungsgesprächen ein zentraler Punkt. Den meisten Menschen ist das Thema unangenehm. „Die Frage, was man selbst und die eigene Arbeit wert sind, ist nicht leicht zu beantworten“, sagt Karrierecoach Véronique Hartmann-Alvera aus München. In jedem Fall sollte das Gehalt zur eigenen Leistungseinschätzung passen. „Bewerber sollten sich immer fragen, ob sie dem Gehalt und den Anforderungen auch gewachsen sind.“

Wer sich im Klaren darüber ist, was er zu bieten hat, hat es im Vorstellungsgespräch leichter, seine Arbeitsleistung gut zu verkaufen. Umgekehrt gilt es, sich über die eigenen Fixkosten und die Lebensführung Klarheit zu verschaffen, um zu wissen, wo die eigene Grenze nach unten liegt. „Bedenken Sie, dass das Jahresgehalt nicht alles ist. Vermögenswirksame Leistungen, ein Firmenwagen, teure Weiterbildungen – umgerechnet stocken solche Zuschüsse das Gehalt auf.

Beim Geldthema besser abwarten

„Viele manövrieren sich ins Aus, indem sie unmittelbar auf das Thema Geld zu sprechen kommen“, weiß Stefan Knoll aus seiner langjährigen Erfahrung als Personalmanager. Er rät, abzuwarten, bis der Personaler das Gehalt anspricht. Dann sollte der Bewerber jedoch nicht zögerlich sein. Sätze wie „Ich hoffe, Sie finden diese Zahl nicht unangebracht“ sind tabu. „Vermutlich wird ein Personaler versuchen, Sie zu drücken – es gibt jedoch Grenzen“, ermutigt Knoll. Verkaufe man sich unter Wert, mache sich im Arbeitsalltag schnell Unzufriedenheit breit. Daran ist auch den Firmen nicht gelegen.

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In manchen Stellenanzeigen wird der Bewerber gebeten, seine Gehaltsvorstellungen schon in der schriftlichen Bewerbung anzugeben. Knoll rät davon ab: „Heute bekommen viele Personaler die Bewerbungen gar nicht mehr zu sehen, stattdessen werden sie zentral erfasst. Wer ein zu hohes Gehalt angibt, wird möglicherweise aussortiert.“ Er schätzt, dass Bewerber in zwei Drittel der Fälle auch ohne Angabe von Gehaltsvorstellungen eingeladen werden oder die Firmen noch einmal nachhaken, wenn das Bewerberprofil ansonsten gut auf die Stelle passe. Am besten gebe man eine Spanne an: „Im Gespräch kann man sich viel besser auf eine Zahl einigen.“

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