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Erfahren, wie arabische Geschäftsleute ticken

Samir Iranee bietet interkulturelle Trainings für Arbeitnehmer an / Ziel ist ein besseres Verständnis der fremden Kultur

12.05.2007 00:05

Frankfurt a. M. - In den letzten Jahren haben sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem arabischen Raum und Deutschland intensiviert. Immer mehr Arbeitnehmer unterschiedlichster Berufsgruppen haben Kontakt mit der arabischen Kultur. Dabei herrschen auf beiden Seiten oft Unkenntnis und Vorurteile gegenüber den Gewohnheiten der anderen.

Samir L. Iranee hat sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern. "Da im Zeitalter der Globalisierung und der Öffnung arabischer Märkte der nahe Osten immer näher an Europa rückt, muss eine Offenheit für die andere Kultur gefördert werden", sagt er. Der in Palästina aufgewachsene Betriebswirt bietet seit 1994 interkulturelle Trainings in Frankfurt an. Konsequent vermittelt der Dozent Eigenheiten und Verhaltensweisen beider Kulturen sowie deren gegenseitige Wahrnehmung. Die Auseinandersetzung mit den Klischees, die Araber gegenüber Deutsche haben, mildert viele Vorurteile, die hierzulande gegen Araber bestehen. Sie ermöglicht eine Aufgeschlossenheit gegenüber dem arabischen Temperament und weckt Neugierde.

Das Bild der Araber von Deutschland ist davon geprägt, dass Deutschland keine Kolonialmacht und nicht am Irakkrieg beteiligt war. Das fördert das Selbstbewusstsein deutscher Verhandlungspartner. Und die Tatsache, dass in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Sheikha Lubna eine Wirtschaftsministerin im Amt ist, bietet einen interessanten Einstieg in die Diskussion um die viel zitierte islamische Frauenfeindlichkeit.

Der Dozent, der seit Beginn seines Wirtschaftsstudiums in Deutschland lebt, kennt sowohl die arabische als auch die deutsche Kultur. Er ist davon überzeugt, dass die Voraussetzung für eine erfolgreiche interkulturelle Beziehung darin liegt, dass sich beide Seiten ernst genommen und folglich wohl fühlen. Sein Kernthema ist zu vermitteln, wie arabische Geschäftsleute "ticken". Aber natürlich gibt es in seinen Seminaren auch konkrete Tipps, wie man sich im arabischen Alltag zurechtfindet. "Was mache ich, wenn mein Frisör mich zu sich nach Hause einlädt?" oder "Kann ich als Mann meine arabischen Freunde auch besuchen, wenn der Herr des Hauses auf Geschäftsreise ist?"

Die Teilnehmer reagieren positiv auf das Trainingskonzept, das je nach Bedarf in Frankfurt, deutschlandweit oder in einem der Zielländer angeboten wird. "Tatsächlich kann man vieles besser verstehen, wenn man sich intensiv mit der arabischen Welt beschäftigt hat und zum Beispiel auch eigene Vorurteile kritisch hinterfragt. Selbst Dinge, die man nicht nachvollziehen kann, begegnet man mit mehr Toleranz und das hilft oft, befremdliche Situationen zu meistern," bestätigt ein Trainingsteilnehmer, der für sein Unternehmen in Ägypten tätig ist.

Er sagt, er habe gelernt, im Kontakt mit der arabischen Welt sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Wer dies zulasse, könne auch etwas über sich selbst lernen - und natürlich über die arabische Welt. Beides kann sich nur positiv auf die arabisch-deutschen Geschäftsbeziehungen auswirken. ms

Kontakt und weitere Informationen:

www.iranee.de; Arabischkurse & Arabienkunde, Falkstraße 106, 60487 Frankfurt/M, Email: iranee@iranee.de

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