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Arbeiten im Ausland Andere Länder, andere Sitten

Bei der Arbeit im Ausland lauern viele Fettnäpfchen. Denn dort herrschen oft andere Sitten als hierzulande. Häufig fingen die Missverständnisse schon bei der Begrüßung an, sagte Iris Barnert von der Firma Intercultconsult.

25.02.2011 13:13

Viele machten den Fehler, diese Begrüßung wörtlich in die Frage «Wie geht es Dir?» zu übersetzen. Sie fassten dies als Aufforderung auf, etwas Persönliches zu erzählen. Dabei wolle der andere das gar nicht hören.

«Einige Deutsche antworten dann: 'Ach ja, geht so, ich hab' nicht so gut geschlafen, und gestern ist auch noch der Hund von meiner Oma gestorben.'», sagte Barnert. So etwas komme bei englischen Geschäftspartnern oder Kollegen aber komisch an. Denn ihre Frage zur Begrüßung sei eine reine Floskel - und man beantworte sie auch mit einer Floskel, erläuterte Barnert. «Man sagt einfach nur 'Fine, thank you'.» Übersetzt lautet die richtige Antwort also schlicht: «Gut, danke.»

In Großbritannien sei es auch nicht üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu schütteln, erklärte Barnert. Bewerber sollten daher bloß nicht mit ausgestreckter Hand auf den Personaler zulaufen - das macht keinen guten Eindruck.

Wichtig sei in England auch, die Kunst des Small Talks zu beherrschen. «Die Engländer können das stundenlang», sagte Barnert. Dort liefen solche Gespräche aber etwas anders ab als in Deutschland. Hierzulande überbrücken Berufstätige die gemeinsame Fahrt im Aufzug etwa mit einer Bemerkung zum Wetter - das ist ein eher inhaltsloses Gespräch.

In England muss man im Small Talk schon etwas mehr zu erzählen haben: «Das sind alles kleine Geschichten, die sich ergänzen», erklärte Barnert. «Der eine erzählt von einer Reise nach Köln, der andere weiß etwas über den Kölner Dom. Der Erste sagt dann etwas zu einer anderen Kirche, und der Zweite, dass es dazu eine gute Seite im Internet gibt.»

Berufstätigen entginge viel, wenn sie sich auf dieses vermeintliche Geplänkel nicht einlassen. «Da fließen ganz viele Informationen», sagte Barnert. «Oft erfährt man da an der Kaffeemaschine viel mehr als im Meeting.» (dpa/tmn)

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