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Einkommensteuer Lohnt sich die vorausgefüllte Steuererklärung?

Die vorausgefüllte Einkommensteuererklärung (VaSt) gibt es seit diesem Jahr. Sie soll Steuerpflichtigen das Ausfüllen erleichtern und Fehler vermeiden helfen. Doch Experten raten zur Wachsamkeit: Die VaSt lasse wichtige Angaben zum Steuernsparen aus.

Fehler in Steuerbescheiden
Steuerpflichtige machen nicht nur auf dem Papier, sondern auch beim Ausfüllen elektronischer Formulare oft Fehler. Die vorausgefüllte Steuererklärung soll das verhindern. Foto: dpa

Seit Januar 2014 bietet die Finanzverwaltung eine vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) an - sie soll das Besteuerungsverfahren vereinfachen und Bürokratie abbauen helfen. Experten weisen aber auf versteckte Fallen für Steuerzahler hin: Die Vorlage sei weder einfacher, noch spare man mit ihr Zeit, lautet die Kritik.

Die VaSt funktioniert so: Steuerzahler können über das elektronische Finanzamt Elster auf ihre persönlichen Steuerdaten zugreifen und diese direkt in eine elektronische Steuererklärung übernehmen. Dafür muss man sich registrieren und einen Abrufcode (PIN) anfordern, der per Post zugestellt wird. Anschließend erhält man Zugriff auf die vorausgefüllte Steuererklärung. Wer bereits ein Elster-Konto hat, kann unter dem Menüpunkt „Konto verwalten“ eine PIN beantragen.

Laut Finanzbehörde werden mit der bereits ausgefüllten Steuererklärung Fehler bei der Eingabe vermieden. Außerdem wissen Nutzer, welche Daten das Finanzamt bekommen hat. Sind die Werte falsch, kann man gleich darauf hinweisen.

Klingt simpel, aber trotzdem gibt es Kritik - vor allem seitens der Anbieter von Steuersoftware: „Die VaSt steht der Zeitersparnis einer elektronischen Steuererklärung entgegen und nur wenige Daten sind überhaupt vorausgefüllt“, kritisiert Björn Waide, Geschäftsführer der smartsteuer GmbH. Die VaSt lasse wesentliche Ausgaben aus, die die Steuerbelastung reduzieren. Dazu zählten etwa Werbungskosten, Spenden, Aufwendungen für den Weg zur Arbeit, haushaltsnahe Dienstleistungen, Schornsteinfeger, Krankheit und Kinderbetreuung. Diese müssen Steuerzahler weiterhin selbst eintragen. Anders als bei einer Steuersoftware werde der Steuerzahler bei Elster nicht auf Sparmöglichkeiten hingewiesen - das Dokument sei jedoch unterschriftsreif, moniert Waide.

Der Steuerzahler benötige zudem mehr Zeit, um die vorausgefüllte Steuererklärung zu beantragen, als das Abtippen weniger Zeilen von der Lohnsteuerbescheinigung koste - und das ohne Wartezeit auf die PIN. Unternehmen wie die smartsteuer GmbH und Lohnsteuer kompakt wollen deshalb die vorausgefüllte Steuererklärung vorerst nicht unterstützen.

Ein weiterer Nachteil: Wichtige Belege müssen weiterhin per Post ans Finanzamt geschickt werden. Erst später soll es möglich sein, die Nachweise auch digital zu versenden. (gs)