Lade Inhalte...

Nicht nachlassen Zahnhygiene ist auch im Alter sehr wichtig

Zähneputzen ist das A und O für gesunde Zähne. Im Alter fällt die optimale Zahnpflege aber nicht immer leicht. Wie man sich Schrubben und Fädeln erleichtern kann und worauf es bei der Zahnpflege von Pflegebedürftigen ankommt.

25.09.2018 09:32
Von Sabine Meuter, dpa
Dr. Gudrun Kaps-Richter
Dr. Gudrun Kaps-Richter ist 2. Stellvertretende Bundesvorsitzende des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ) und niedergelassene Zahnärztin in Heilbronn. Foto: Michael Brunner/FVDZ/dpa-tmn

Zweimal täglich und jedes Mal gründlich: Die intensive Zahnpflege ist ein Muss. Doch für ältere Menschen und Pflegebedürftige kann es mühsam sein, eine Zahnbürste zu halten - oder überhaupt am Waschbecken zu stehen.

Es ist aber wichtig, Belag auf den Zähnen zu sehen und zu entfernen. Denn der sogenannte Plaque enthält Bakterien, die Karies oder Zahnfleischentzündungen auslösen können.

Generell gilt: „Bei der täglichen Mundpflege sollte unbedingt eine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet werden“, sagt die Heilbronner Zahnärztin Gudrun Kaps-Richter. Auch die Zahnzwischenräume müssen gereinigt werden. Das geht entweder mit Zahnseide oder mit Interdentalbürstchen.

Vor dem Putzen müssen eventuell vorhandene Prothesen entfernt werden. Sie sollten nach jedem Essen unter fließendem Wasser abgespült und mit Prothesenbürsten gereinigt werden. Außerdem kann es sinnvoll sein, die Zunge ein- bis zweimal täglich zu reinigen, etwa mit einem speziellen Schaber. „Denn auf der rauen Oberfläche der Zunge können sich Bakterien und Pilze leicht ansiedeln und vermehren“, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP).

Fällt das Stehen bei der Zahnpflege schwer, kann man sich einen Stuhl ans Becken stellen und im Sitzen putzen und fädeln. Wer Schwierigkeiten hat, eine Zahnbürste zu greifen, für den gibt es Bürsten mit dickeren und robusteren Griffen, erklärt Anita Ludwig, Krankenpflegerin im Geriatrie-Team des Helios Klinikums Berlin-Buch. Wichtig ist ausreichend Licht im Bad, damit man die Beläge auf den Zähnen erkennen kann.

Bei Pflegebedürftigen kann die Zahnpflege auch im Bett erfolgen, so dies notwendig ist. „Wichtig ist, dass der Betroffene dabei aufrecht sitzt, damit er sich nicht verschluckt“, erklärt Ludwig. Kann der Pflegebedürftige sich die Zähne selbst putzen, dann sind elektrische Zahnbürsten ideal.

„Wenn er dazu nicht in der Lage ist und Pflegekräfte oder Angehörige übernehmen das Putzen, dann eignen sich vor allem Bürsten mit weichen Borsten, um Verletzungen vorzubeugen“, sagt Sulmann. Angehörige sollten sich von professionellen Pflegekräften zeigen lassen , wie sie am besten bei der Zahnpflege unterstützen können.

„Wichtig ist, dass sich Helfer die Hände waschen und desinfizieren und bei der Zahnpflege selbst Einmalhandschuhe tragen“, erklärt Ludwig. Der Helfer sollte während des Putzens kleine Pausen einlegen, damit sich der Patient erholen kann.

In einigen Fällen ist es auch ratsam, Zähne und Mund eines Pflegebedürftigen ohne eine Zahnbürste zu reinigen. „Das kann etwa bei an Demenz erkrankten Patienten, die die Situation verkennen, oder bei Schlaganfallpatienten empfehlenswert sein“, sagt Ludwig. Bei dieser Art der Zahnpflege tränken Helfer Mulltupfer mit einer Lösung, die gegen Entzündungen hilft, und wischen über die Zähne und die Mundschleimhaut.

Egal ob mit Tupfer, normaler oder elektrischer Zahnbürste: Wann und wie die Zähne geputzt werden, entscheidet stets der Pflegebedürftige. Was er noch selbst kann, sollte er möglichst auch selbst tun. Und ganz wichtig: Für die Zahnpflege sollten sich Pflegende und Pflegebedürftige stets Zeit lassen.

(Von Sabine Meuter, dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen