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Qualität, die kostet Apple iPhone XS und iPhone XS Max im Test

An die Zungenbrecher-Namen der neuen iPhones muss man sich noch gewöhnen. Doch die Qualität ist wie gewohnt: Das iPhone XS und XS Max überzeugen mit ihrem Display und Innovationen bei der Kamera. Die größeren Varianten sind aber auch so teuer wie nie.

18.09.2018 12:04
Von Christoph Dernbach, dpa
iPhone XS und XS Max
Goldfarbener Rahmen, kleiner Displayrand, großer Preis. Das iPhone XS (rechts) gibt es ab 1149 Euro, das größere XS Max ab 1249 Euro. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Apple aktualisiert seine iPhone-Modelle seit geraumer Zeit in einem Zwei-Jahres-Rhythmus: Auf eine größere Innovation folgt im Jahr darauf ein „S-Modell“ mit kleineren Produktverbesserungen. Zum zehnjährigen iPhone-Jubiläum war 2017 ein größerer Sprung fällig.

Damals stellte Apple-Chef Tim Cook das iPhone X vor, das erste Apple-Smartphone mit einem fast randlosen Super-Retina-Display und der neuen Gesichtserkennung „FaceID“. Die diesjährige iPhone-Generation kommt ohne solche spektakulären Neuerungen aus, bietet aber wertvolle Produktverbesserungen.

Das neueste iPhone von Apple wird nun in zwei Größen angeboten. Das iPhone XS (sprich: Zehn S) hat identische äußere Abmessungen mit dem iPhone X. Die Bildschirmdiagonale beträgt wie gehabt 5,8 Zoll (2436 x 1125 Pixel). Das iPhone XS Max ist spürbar größer, die Gehäuse-Abmessungen ähneln dem iPhone 8 Plus. Beim größeren 6,5-Zoll-Display (2688 x 1342 Pixel) überschreitet Apple erstmals die Schwelle von drei Millionen Pixel.

Im Test bewährt sich die von Apple verwendete True-Tone-Technik. Damit wird die Farbdarstellung des Displays an das Licht in der Umgebung anpasst. Farben werden so immer gleich dargestellt, egal unter welchen Lichtverhältnissen. Die OLED-Displays zeigen Fotos und Videos in einem verbesserten HDR-Modus (High Dynamic Range). Das sorgt für präzisere Helligkeitsunterschiede, helle Stellen überstrahlen nicht, und im Dunklen sind auch noch filigrane Details zu erkennen. Tiefes Schwarz wird durch Ausknipsen der Pixel erreicht.

Die HDR-Technologie kommt auch beim Fotografieren und Filmen zum Einsatz. Mit einer runderneuerten Kamera-Software haben beide XS-Varianten eine Funktion erhalten, die Apple „SmartHDR“ nennt. Dabei werden vier unterschiedlich belichtete Varianten einer Aufnahme zu einem optimierten Gesamtbild berechnet. Bei der Kamerahardware kombiniert Apple die 12-Megapixel-Doppelobjektiv-Technik (Weitwinkel- und Teleobjektiv mit jeweils sechs Linsen und Bildstabilisierung) mit einem komplett neuen Bildsensor. Er ermöglicht Fotos mit einem deutlich größeren Helligkeitsumfang.

Ambitionierte Fotografen - aber auch Gelegenheitsknipser - können sich auf einen optimierten Porträt-Modus freuen. Porträts sehen einfach besser aus, wenn der Hintergrund des Bildes nicht knackig scharf erscheint, sondern mit einer geringen Tiefenschärfe ein wenig verschwimmt. Dieser Bokeh-Effekt kann bei den beiden XS-Modellen nun sogar nachträglich verändert und die Unschärfe hinter der fotografierten Person nach Wunsch eingestellt werden.

Bei diesen Bild-Funktionen erahnt man auch, warum Apple die beiden XS-Modelle mit verstärkter Rechenleistung ausgestattet hat. Ein verbesserter Bildsignalprozessor (ISP) übernimmt die Berechnungen für HDR und den Bokeh-Effekt. Beim Hauptchip, dem A12 Bionic, verfolgt Apple eine Doppelstrategie: Zwei Kerne kümmern sich um Spitzenanforderungen, vier Effizienz-Kerne sind für das Energiesparen zuständig. Im Vergleich zum A11 aus dem iPhone X sind die Performance-Kerne bis zu 15 Prozent schneller, während die Effizienz-Kerne bis zu 50 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Das Ergebnis bekommt man zu spüren. Keine App bringt die beiden iPhones an die Leistungsgrenze - auch grafisch aufwendige Spiele wie Asphalt 8 oder Augmented-Reality-Apps nicht. Trotzdem macht der Akku nicht vorzeitig schlapp. Das XS Max schafft es im Test, fast 12 Stunden lang Videos abzuspielen, das kleinere XS gut 11 Stunden.

Trotz der guten Akku-Leistung hätte man von Apple erwarten können, bei Smartphones in dieser Preisklasse ein Schnellladegerät beizulegen. So liegt in der Box nur das übliche 5-Watt-Mini-Netzteil mit einem USB-Lightning-Kabel, das man auch aus den vergangenen iPhone-Generation kennt. Ladegeräte mit mehr Leistung (12 und 30 Watt) bietet Apple für 25 und 59 Euro an. Immerhin kann jetzt der Akku etwas schneller drahtlos mit einem handelsüblichen Qi-Ladegerät mit Energie versorgt werden.

Eine kleine Premiere gibt es bei den SIM-Karten: Während bislang nur ein Mobilfunk-Konto unterstützt wurde, bieten die neuen iPhones neben dem üblichen Slot für eine Nano-SIM-Karte nun zusätzlich auch eine integrierte eSIM. Bislang unterstützen in Deutschland nur Vodafone und die Telekom die eSIM mit Zwei-Jahres-Verträgen. Im Ausland gibt es aber zum Teil attraktive Angebote, etwa in den USA von T-Mobile.

Die neuen Modelle kommen am Freitag in die Läden: Das iPhone XS kostet (wie vor einem Jahr das iPhone X) mit 64 Gigabyte 1149 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für den vierfachen Speicher (256 GB) werden 170 Euro Aufschlag fällig, insgesamt also 1319 Euro. Für das Spitzenmodell mit 512 GB Speicher verlangt Apple sogar 1549 Euro. Für das größere Max-Modell berechnet Apple je 100 Euro extra.

Wer so viel nicht ausgeben mag, wartet besser bis zum 19. Oktober. Dann kommt das abgespeckte iPhone XR in sechs Farben ab 849 Euro (64 GB) mit einem 6,1-Zoll-LCD-Display auf den Markt.

(Von Christoph Dernbach, dpa)

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