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Amazon Echo Alexa kommt in die zweite Generation

Kleiner ist der schlaue Lautsprecher von Amazon geworden, schicker, günstiger - aber auch besser? Seit dem Wochenende verschickt der Versandhändler die überarbeiteten Echo-Geräte. Ein Test der FR.

Amazon Echo
Hier spricht Alexa: Der Echo-Lautsprecher von Amazon - im Firmenbild auf dem Nachttisch. Foto: Amazon

Es klingt vielversprechend: Hundert statt 180 Euro kostet jetzt der mittelgroße Lautsprecher, der Alexa zum Reden bringt. Alexa ist jene digitale Assistentin, die nach etwas Konfigurationsaufwand auf freundliches Fragen hin den Wetterbericht vorträgt, Bahnverbindungen heraussucht, die weiß, wann die Kinder wieder Sport haben. Die, falls im Haus intelligente Schalter und Sensoren eingebaut sind, das Licht dimmt, die Rollläden rollt und im Winter die Heizung hochdreht, kurz bevor der Nachwuchs aus der Schule zurückkommt. Und die - damit nähern wir uns jener Sache, die Amazon in der Produktbeschreibung der neuen Box herausstellt - Musik spielt. 

Denn das mit der Musik ist bisher eine zweischneidige Sache. Das Angebot ist gut - zahlreiche Radiosender und Digitalkanäle sind Standard ("Alexa, spiele Smooth Jazz!"); Amazon-Prime-Kunden können sogar zuverlässig und jederzeit bestimmte Titel per Sprachsteuerung anfordern. Aber: Der Sound ist bisher ziemlich mäßig.

Der Sound von Amazon Echo

Genau hier verspricht Amazon Besserung: "Leistungsstarke Lautsprecher mit Dolby-Technologie erfüllen den Raum mit einem 360 Grad umfassenden Sound, klarem Klang und dynamischem Bass", heißt es verheißungsvoll. Wer das neue, knapp 15 Zentimeter hohe Echo der zweiten Generation jedoch anschließt und anhört wird feststellen: Vom Klang her ist kaum mehr rausgekommen als ein gutes Badradio.

Immerhin hat das Gerät eine Buchse, mit der sich der Ton an andere Geräte übertragen lässt. Die allerdings hat auch die Echo-Miniversion, genannt Dot. Und das kleine Ding, ebenfalls bereits in der zweiten Generation, kostet nur 60 Euro. Kombiniert mit einer vielleicht ohnehin vorhandenen HiFi-Anlage oder einem guten Bluetooth-Lautsprecher dürfte das unterm Strich für Musikliebhaber die bessere Alternative sein. 

Google Home und Apple HomePod als schwache Konkurrenz

Amazon liegt mit seiner sprachgesteuerten Box derzeit vorne. Haupt-Wettbewerber sind der Internetkonzern Google mit seinem System "Google Home" (von 60 Euro an) und Apple mit der vom Handy bekannten Assistentin Siri. Sie soll im Dezember auch im Lautsprecher namens "HomePod" sprechen und steuern. Apple betreibt deutlich mehr Aufwand für die Klangqualität - und wird sich das bezahlen lassen, in den USA mit 350 Dollar. Die Preissenkung von Amazon Echo sehen viele als vorgezogene Reaktion auf Apple.

Dennoch dürfte sich Amazon wenig Sorgen machen müssen. Dazu trägt ausgerechnet ein Prinzip bei, das einst Apple groß gemacht hat: So wie heute Apps beliebiger Anbieter den Funktionsumfang von Smartphones erweiterten, machen so genannte Skills (Fähigkeiten) Alexa schlauer. Die nennt auf Geheiß dann plötzlich Antworten auf Kreuzworträtsel-Aufgaben oder den nächsten Termin der Müllabfuhr. Die mit Abstand meisten Skills gibt es für die Amazon-Technik. Für Google finden sich deutlich weniger - und von Apple ist bislang in dieser Frage ganz wenig bekannt.

Echo plus mit Smart-Home-Hub

Amazon bietet neben dem Echo nun auch ein Gerät names "Echo plus" für 150 Euro an. Der entscheidende Unterschied: ein zusätzlicher Smart-Home-Hub. Er ermöglicht, dass sich schlaue Schalter und Sensoren vieler Hersteller direkt mit dem Lautsprecher koppeln. Rollläden oder Dimmer funktionieren in der Regel auch mit den beiden günstigeren Alexa-Geräten. Allerdings ist die Einrichtung der Smart-Home-Anbindung hier deutlich komplizierter.

Apropos Einrichtung: Grundsätzlich müssen die Echo-Geräte nur mit dem heimischen Funk-Internet (WLAN) vertraut gemacht werden. Dabei hilft eine App für Smartphones oder Tablets genauso wie gesprochene Hinweise von Alexa. Das Installieren der Skills funktioniert ähnlich wie der Abruf von Apps auf dem Handy. Wichtig aber: Um die Extra-Anwendungen aufzurufen, müssen in den Fragen an Alexa bestimmte Codewörter vorkommen. Die gilt es sich zu merken. 

Weitere Produkte sind schon angekündigt. Mitte November wird mit "Echo Show" ein Lautsprecher mit Bildschirm erscheinen, der Videos, Songtexte oder die Bilder von Sicherheitskameras zeigt. Erste Eindrücke gibt es zudem von einem schlauen Wecker im Retro-Design unter der Bezeichnung "Echo Spot".

Die Datenschutz-Frage für Alexa-Nutzer

Eines gilt für die Lautsprecher aller Hersteller: Sie enthalten natürlich auch Mikrofone. Reichlich. Sieben Stück beispielsweise bei den Echo-Geräten. Damit Alexa nichts entgeht. Die zeigt zwar blinkend an, wenn sie gerade zuhört. Dennoch ist Vertrauen, dass Amazon, Google und Apple nicht unbemerkt mithören, die Voraussetzung dafür, das eigene Zuhause auf die smarte, sprachgesteuerte Welt umzustellen.

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