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Kratzer, Dellen Wann ist Smart-Repair wirklich sinnvoll – und wann nicht?

Bei Kratzern oder Dellen im Lack stehen manche Autofahrer vor der Wahl: konventionelle Lackierung oder Kleinstreparatur nach dem Prinzip Smart-Repair? Wann lohnt es sich, den Schaden nur punktuell zu beheben, und wann nicht mehr? Ein Überblick.

08.03.2016 14:44
Fabian Hoberg
Professionell Ausbeulen halten viele Fachleute mittlerweile für die bessere Methode als ein Teil auszutauschen. Foto: Jens-Ulrich Koch/ dpa-tmn

Beim Ausparken schrammt die Front an der Mauer entlang. Am vorderen Stoßfänger sitzt ein breiter Kratzer, wie eine Narbe. Hässlich und tief. Die Reparatur wird teuer. Es sei denn, der Kunde wählt statt einer konventionellen Lackierung die Smart-Repair-Methode. Die Reparaturmethode bietet einige Vorteile. Nach Einschätzung der Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung ist die Alternative nicht nur um einiges günstiger als eine konventionelle Lackierung, sondern auch technisch überlegen. Doch nicht alle Schäden lassen sich damit beheben.

Mit Smart Repair (Small Middle Area Repair Technologies) lassen sich mehrere Bereiche des Autos reparieren, darunter Polster, Kunststoffe und das Blech – ohne Demontage. Bei der Blechbearbeitung sprechen die Profis von Spot-Lackierung. Hierbei wird nur die direkte Schadenstelle bearbeitet, es ist eine Punkt-Ausbesserung oder Teilreparatur.

Bei Smart-Repair kann der Übergang zu angrenzenen Stellen sichtbar werden

„Die Spot-Repair-Methode ist eine Kleinstreparatur-Methode und kaum mit einer konventionellen Lackierung zu vergleichen“, sagt Mirko Albrecht vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA). Zwar werden auch hierbei die beschädigten Stellen vorbehandelt, geschliffen und eine neue Lackstruktur aufgebaut. Doch der Unterschied zu angrenzenden Stellen kann sichtbar werden. „Grundsätzlich können alle Flächen mit der Smart-Repair-Methode bearbeitet werden“, sagt Mirko Albrecht. Allerdings sollte der Bereich die Größe einer DIN-A5-Seite nicht überschreiten und nur ein Schaden pro Bauteil vorliegen.

„Bei Beschädigungen auf der Motorhaube oder dem Dach macht eine konventionelle Lackierung mehr Sinn“, sagt Albrecht. Denn bei genauer Betrachtung würde der Kunde die ausgebesserten Stellen an diesen Bauteilen erkennen. Auch bei stark beschädigten Felgen mit tiefen Kratzern und Materialabtrag sei von einer Spot-Reparatur abzuraten.

Silber, Blau und Bronze eigenen sich nicht nur Kleinstreparatur

Es gibt auch Lacksorten und Farbtöne, bei denen Spot-Repair besser nicht angewendet wird: „Zwei-Farben-Lackierungen, Silbertöne, Blautöne und Bronze sind durch ihre Farbzusammensetzung immer kritisch, die Stellen können beim Ausbessern einen dunklen Rand bekommen, der auffällt“, sagt Michael Zierau, Techniker beim Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik. Dann sei es besser, das ganze Bauteil lackieren zu lassen. Auch im oberen Türbereich empfiehlt er eine konventionelle Lackierung. Denn Nacharbeiten im Sichtbereich würden bei genauem Hinsehen auffallen. Die Technik empfiehlt sich eher für den unteren Bereich des Autos – dort, wo der Kunde nicht so genau hinschaut.

Zierau empfiehlt, von Fall zu Fall zu entscheiden, ob konventionelle Lackierung oder Spot-Repair. „Es kommt immer auf die Kosten und den Nutzen an. Bei älteren Fahrzeugen außerhalb der Herstellergarantie ist eine komplette Lackierung wenig sinnvoll, ebenso bei Privatfahrzeugen“, sagt Zierau. Dagegen würde er nach einem Unfall bei einem Haftpflichtschaden auf eine konventionelle Lackierung setzen und das gesamt Bauteil instand setzen lassen. Auch bei Neufahrzeugen empfiehlt er eine Lackierung des gesamten Bauteils.

Das Alter des Autos ist egal

Generell spielt das Alter des Autos keine Rolle. „Prinzipiell kann Spot-Repair bei allen Fahrzeugen angewendet werden, ganz gleich welches Alter oder welchen Zustand das Auto hat“, sagt Mirko Albrecht. Letztendlich entscheidet der Kunde, ob er sein Auto mit einer konventionellen Lackierung oder mit Spot-Repair reparieren lassen will. Ein Vorteil: Das Ausbessern einzelner Stellen kostet rund zwei Drittel weniger als eine Lackierung des gesamten Bauteils. (dpa/tmn)

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