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Honda Fit „She’s“ Vision eines Frauen-Autos in Pink

Japanische Firmen haben im Ausland den Ruf, merkwürdige Produktideen umzusetzen. Auch der japanische Auto-Hersteller Honda ist keine Ausnahme mit seinem Modell Fit She’s, einem Frauen-Auto, das so manches Klischee bemüht.

16.11.2012 17:30
Von Sebastian Quillmann
Das ist der Honda Fit She's – ein japanisches Frauen-Auto, das kaum ein Klischee auslässt. Foto: Hersteller

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Die Wahl des „Women's World Car of the Year“ durch eine Jury internationaler Motor-Journalistinnen sucht unter den Auto-Modellen der Welt diejenigen, die Frauen schick und praktisch finden. Die Kriterien, die dabei angelegt werden, sind Sicherheit, Preis-Leistungs-Verhältnis, Laderaum, Fahrkomfort, Umwelt- und Kinderfreundlichkeit sowie Ästhetik und Sexappeal – vor allem aber eine Wertung abseits von Klischees. Auch Audi Q3, Porsche 911 und 3er BMW fanden Eingang in die Liste der Welt-Frauenautos 2012.

Der japanische Hersteller Honda geht auf seinem Heimatmarkt allerdings einen ganz eigenen Weg, um Frauen als Kundinnen zu gewinnen. Der Honda Fit, bei uns als Honda Jazz bekannt, wird in Japan als Modellvariante „She’s“ angeboten. Der Kleinwagen sollte mit Rücksicht auf die englische Sprache eher wie die Aufschrift eines Hotel-Handtuchs, nämlich „Hers“ heißen, um klarzumachen, dass er der Dame des Hauses gehört. Aber von solchen Haarspaltereien einmal abgesehen: Hat frau wirklich darauf gewartet, dass ein Auto-Hersteller einen pinkfarbenen Kleinwagen produziert?

Sonnenschutz-Scheiben

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Auch die anderen Extras des Honda Fit She’s lassen ein gewisses Frauenbild erkennen. Die Windschutzscheibe filtert laut Hersteller einen Großteil der hautschädlichen UV-Strahlung heraus. Die Klimaanlage namens „Plasma Cluster“ soll die Haut vor Austrocknung schützen. Die pinke Lackierung findet derweil ihre Fortsetzung in pinken Ziernähten an Lenkrad und Sitzen. Das She’s-Logo prangt außen auf dem Kofferraumdeckel und innen auf den Fußmatten. Es vollendet den Kitsch – mit einem Herzchen als Apostroph.

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Ob Honda auf dem japanischen Markt oder sogar darüber hinaus mit diesem Frauen-Auto wirklich erfolgreich sein kann, sei dahingestellt. Als Dodge in den 50er Jahren das Frauenauto „La Femme“ auf den US-Automarkt brachte, wurde das von Werbe-Strategen erdachte Ausstattungspaket nach nur zwei Jahren Produktionszeit ersatzlos gestrichen. Der „La Femme“ bot den Dodge-Kundinnen seinerzeit einen Innenraum in Blassrosa mit Rosen-Dekor, zusätzliche Stau- und Ablagefächer sowie eine zum Auto passende Handtasche mit Schminkset. Offenbar ein Urquell der Inspiration für das Honda-Marketing von heute.

Den Honda Fit She’s gibt es in drei Motorvarianten: als 1,2-Liter und 1,3-Liter-Benziner mit 90 beziehungsweise 100 PS, sowie als Hybrid aus 1,3-Liter-Benziner (88 PS) und 10,3-kW-Elektromotor. Der Basispreis soll bei etwa 13.800 Euro liegen. (dmn, qui)

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