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Fußgängersicherheit ADAC-Test zeigt, wie gefährlich SUV sind

Sie verbrauchen viel Sprit, sind teuer in der Anschaffung und im Unterhalt und werden immer beliebter. Doch wie gefährlich sind die riesigen USV für Fußgänger? Der ADAC hat es getestet, die Ergebnisse überraschen.

26.10.2015 11:07
Das Ende einer Crashfahrt. Der ADAC hat getestet, wie gefährlich SUVs für Fußgänger sind. Foto: Ampnet

Sport Utility Vehicles (SUV) und Geländewagen stehen bei deutschen Autofahrern trotz höheren Spritverbrauchs weiter hoch im Kurs. Doch der Fußgängerschutz der Schwergewichte wurde in Tests früher häufig mit null Punkten bewertet.

Laut einer aktuellen Auswertung der ADAC-Unfallforschung sind die Fahrzeuge mittlerweile besser als ihr Ruf: Das Sicherheitsniveau von SUV und Geländewagen hat sich beim Fußgängerschutz sehr gut an die Kompaktklasse angenähert, so das Fazit des Autombilclubs. Für seine Studie hatte er unter anderem die Ergebnisse der aktuellen Euro NCAP-Prüfverfahren ausgewertet.

Die Autos werden „weicher“

Für die positive Entwicklung sind vor allem Verbesserungen der passiven Sicherheit verantwortlich. Dazu gehört, dass die Materialien im Frontbereich „weicher“ geworden sind und die Aufprallenergie besser aufnehmen Zudem haben Motorhaube, Kühler- sowie Stoßfängerbereich weniger Kanten, was sich ebenfalls günstig auf die Schwere der Verletzungen auswirkt.

Dennoch sind SUV aufgrund ihrer Größe und Geometrie problematisch für den Fußgängerschutz. Fußgänger prallen bei Unfällen immer noch gegen harte Strukturen wie die Haubenvorderkante oder das Motorhaubenschloss. Vor allem kleinere Personen können hier besonders schwer verletzt werden.

Und auch der Aufprall auf der Straße wird von der Fahrzeugform beeinflusst. Fußgänger, die von einem SUV angefahren werden, stürzen häufig deutlich ungünstiger, weil sie beim Zusammenstoß heftiger weggestoßen werden, stellt der ADAC fest.

Überlebenschancen sinken ab 50 km/h

Generell sinken bereits ab 45 km/h bis 50 km/h die Überlebenschancen bei Fußgängerunfällen dramatisch. Deshalb sollte nach Meinung des ADAC auch die aktive Sicherheit, sprich Unfallvermeidung, noch stärker in den Fokus der Hersteller rücken.

Fahrerassistenzsysteme, die frühzeitig Fußgänger erkennen, den Fahrer warnen und den Wagen automatisch abbremsen, können Zusammenstöße vermeiden, aber auch die Aufprallgeschwindigkeit vermindern und so die Unfallfolgen deutlich abmildern. Ab 2016 fließen solche Systeme in die Bewertung von Euro-NCAP-Prüfverfahren ein.

So schützen Sie sich im Verkehr

Tipps für Autofahrer:

- In Wohngebieten und an Schulen und Kindergärten besonders vorsichtig fahren.

- An Bushaltestellen langsam fahren, da jederzeit Fahrgäste die Straße betreten können.

- Die Folgen eines Aufpralls hängen für den Fußgänger stark von der Geschwindigkeit ab. Jeder Stundenkilometer weniger kann Leben retten.

Tipps für Fußgänger:

- Bei Dämmerung und Dunkelheit helle Kleidung und Reflektoren tragen – 60 Prozent der getöteten Fußgänger starben bei schlechten Lichtverhältnissen.

- Beim Betreten der Fahrbahn den Anhalteweg von Autos bedenken (Schrecksekunde plus Bremsweg). Bereits bei Tempo 50 liegt dieser bei rund 30 Metern.

- Die Straße nur an übersichtlichen Stellen überqueren. (mit Material von Ampnet/rk)

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