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Hintergrund: Offizielle Zahlen zur Zuwanderung nach Deutschland

Droht Deutschland eine Armutszuwanderung, weil mit dem Jahreswechsel der Arbeitsmarkt nun auch Rumänen und Bulgaren offen steht? Der aktuelle Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt Entwarnung.

14.01.2014 12:59
Zuwanderer in Duisburg
Teppiche in Duisburg an den Balkonen eines Hauses, in dem überwiegend Roma aus Rumänien wohnen. Seit Jahren klagen Städte über einen verstärkten Zuzug armer Zuwanderer. Foto: Caroline Seidel Foto: Caroline Seidel (dpa)

Droht Deutschland eine Armutszuwanderung, weil mit dem Jahreswechsel der Arbeitsmarkt nun auch Rumänen und Bulgaren offen steht? Der aktuelle Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt Entwarnung.

Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert die wichtigsten Erkenntnisse des Instituts der Bundesagentur für Arbeit:

- Die Zahlen zur Beschäftigung und zum Leistungsbezug rechtfertigen es laut IAB-Studie gegenwärtig nicht, die Zuwanderung aus den beiden östlichen EU-Staaten pauschal als Armutszuwanderung zu qualifizieren.

- Durch die Einführung der Freizügigkeit wird die Zuwanderung 2014 auf 100 000 bis 180 000 Personen aus Rumänien und Bulgarien steigen. Für das abgelaufene Jahr gehen die Wissenschaftler von einer sogenannten Nettozuwanderung von 70 000 Personen aus.

- Zur Jahresmitte 2013 hatten rund 60 Prozent der Bulgaren und Rumänen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland auch tatsächlich eine Arbeit. Allerdings haben 46 Prozent der Bulgaren und Rumänen, die nach 2007 zugewandert sind, keine in Deutschland anerkannte abgeschlossene Berufsausbildung.

- Laut IAB-Studie waren Mitte 2013 rund 10 Prozent aller Bulgaren und Rumänen in Deutschland auf Hartz-IV-Bezug angewiesen. Der Wert liegt zwar über der Quote der Gesamtbevölkerung (7,5 Prozent), aber deutlich unter der aller Ausländer in Deutschland (15 Prozent).

- In einigen strukturschwachen Kommunen wie Duisburg, Dortmund und Berlin konzentrieren sich die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Bulgaren und Rumänen. Hier sind nicht nur die Arbeitslosen- und Leistungsempfängerquoten zum Teil sehr hoch. Vor allem sind hier 60 bis 75 Prozent der Bulgaren und Rumänen weder erwerbstätig noch erhalten sie Sozialleistungen. (dpa)

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