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Anschlag auf «Mopo»: Ermittler prüfen islamistischen Hintergrund

Nach den Brandanschlägen auf die «Hamburger Morgenpost» («Mopo») und eine benachbarte Schule im Januar prüft die Staatsanwaltschaft auch einen islamistischen Hintergrund der neun Tatverdächtigen. «Die Ermittlungen wurden von Anfang an auch in diese Richtung geführt», sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Freitag. «Einen religiösen Zusammenhang zu diesen Taten kann ich nicht ausschließen.» Es gebe aber noch keine gesicherten Erkenntnisse, die Motivation sei nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen.

20.03.2015 16:13
Die Feuerwehr steht vor dem Gebäude der «Mopo»
Der Brandanschlag auf die «Mopo» wurde im Januar verübt. Foto: Bodo Marks/Archiv Foto: Bodo Marks (dpa)

Nach den Brandanschlägen auf die «Hamburger Morgenpost» («Mopo») und eine benachbarte Schule im Januar prüft die Staatsanwaltschaft auch einen islamistischen Hintergrund der neun Tatverdächtigen. «Die Ermittlungen wurden von Anfang an auch in diese Richtung geführt», sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Freitag. «Einen religiösen Zusammenhang zu diesen Taten kann ich nicht ausschließen.» Es gebe aber noch keine gesicherten Erkenntnisse, die Motivation sei nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen.

Auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien hatte der Senat erklärt, ein Teil der Tatverdächtigen sei dem Landesamt für Verfassungsschutz bekannt gewesen. Diese hätten sich an der Koranverteilungskampagne «Lies!» beteiligt. Fünf der Tatverdächtigen seien Schüler der attackierten Max-Brauer-Schule gewesen. Zuvor hatten Medien wie «Bild Hamburg» und das «Hamburger Abendblatt» darüber berichtet.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am 4. März zwölf Wohnungen und Gebäude durchsucht. Dabei seien die neun Verdächtigen angetroffen worden. Alle seien bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten, hieß es. Die neun jungen Männer im Alter von 16 bis 21 Jahren wurden erkennungsdienstlich behandelt und anschließend wieder entlassen. Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hatte damals erklärt, durch die Einrichtung einer Sonderkommission sei es möglich gewesen, das erforderliche Expertenwissen von Ermittlern, Kriminalpsychologen und Islamwissenschaftlern zu bündeln und die mutmaßlichen Täter zu ermitteln.

Die Brandstiftung bei der «Mopo» nur wenige Tage nach dem Terroranschlag auf das Pariser Satiremagazin «Charlie Hebdo» hatte auch international für Empörung gesorgt. Die Hamburger Zeitung hatte die islamkritischen Karikaturen auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: «So viel Freiheit muss sein!» (dpa/lno)

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