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Analyse: Freispruch für Amanda Knox gekippt

Eine junge britische Austauschstudentin wird in einer kalten November-Nacht in Perugia vergewaltigt und brutal ermordet. ...

26.03.2013 14:07
Knox
Tötete Amanda Knox bei Sexspielen eine andere Studentin? Foto: Dan Levine Foto: (EPA)

Rom. Eine junge britische Austauschstudentin wird in einer kalten November-Nacht in Perugia vergewaltigt und brutal ermordet. Die Rede ist von wilden Sexspielen, die ausufern.

Ihre amerikanische Mitbewohnerin und deren Freund geraten unter Mordverdacht. Beide beteuern im Verhör ihre Unschuld. Das alles geschieht im Spätherbst 2007 in der bei ausländischen Studenten beliebten italienischen Stadt in Umbrien.

«Engel mit den Eisaugen» taufen Medien die hübsche Studentin Amanda Knox von der US-Westküste. Sie wird verhaftet, verurteilt und später doch wieder freigesprochen. Viele Zweifel blieben in den beiden Indizienprozessen - vor allem an der Spurensicherung nach der Bluttat.

Ist die junge Frau eine Mörderin? Knox beteuerte stets, nichts damit zu tun zu haben, weinte und flehte vor Gericht. Für die Medien war die blonde, blauäugige Studentin zuerst ein «Teufel im Engelsgewand», dann die Unschuldige hinter Gittern.

Der Italiener Sollecito erfuhr die Hiobsbotschaft an seinem 29. Geburtstag: «Und ich dachte, man könnte nun einen Schlussstrich unter diese Sache ziehen», sagt er.

Die weltweite Aufmerksamkeit nutzte Knox auch für sich. Sie schrieb ein Buch, Ende April will der US-Fernsehsender ABC ein exklusives Interview mit ihr ausstrahlen. Ihre Autobiografie erscheint strategisch klug am selben Tag. Dass der «Engel mit den Eisaugen» zu seinem Berufungsprozess kommt, gilt als unwahrscheinlich.

Bis zum Prozess kann wohl auch Sollecito sein Studentenleben in Verona ungestört von der Justiz fortsetzen. Bis zu ihrem Freispruch hatten er und Knox immerhin fast vier Jahre hinter Gittern verbracht.

Ob die Fragen zur Mordnacht im November 2007 jemals beantwortet werden können? Meredith Kercher starb 21-jährig in ihrem Zimmer in dem Haus, das sie sich mit Knox und anderen Studenten teilte. Am Morgen des 2. November fand man sie mit durchgeschnittener Kehle, halbnackt und mit Messerstichen übersät.

Knox und ihr Freund hätten Meredith beim Sex «aus Langeweile und unter Drogeneinfluss» getötet, heiß es im ersten Urteil. Was tatsächlich geschah, das konnten auch die Berufungsrichter nicht klären: Freispruch. Nun müssen die Richter in Florenz versuchen, Licht in das Dunkel zu bringen. (dpa)

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