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Worms Probenstart bei den Nibelungen-Festspielen

Bei der achten Ausgabe der Festspiele gibt es einige Neuerungen. So wird erstmals eine Komödie aufgeführt. Viel verraten will Regisseur Gil Mehmert nicht. Nur so viel - ein Schenkelklopfer-Stück wird es nicht.

16.06.2009 17:06
Regisseur Gil Mehmert (l) erklärt den Schauspielern (l-r) Mathias Schlung , Christoph Maria Herbst , Susanne Bormann und AndreEisermann an einem Modell das Bühnenbild. Foto: dpa

Worms. Die Halle ist schmucklos. Ihre graue Verkleidung aus Wellblech bildet den größtmöglichen Kontrast zur majestätischen Sandsteinfassade des Wormser Kaiserdoms.

Und doch müssen sich Hagen, Siegfried und die anderen Protagonisten des Nibelungenlieds für einige Wochen mit der schlichten Kulisse arrangieren. Denn die fensterlose Halle auf dem Gelände eines Bootsbauers dient dem Schauspielerensemble der diesjährigen Nibelungen-Festspiele in den kommenden Wochen als Probenraum.

Es ist die achte Ausgabe der Nibelungen-Festspiele, und vieles ist neu: Gil Mehmert gibt seinen Einstand als Regisseur. Erstmals wird die Bühne ihren Platz vor dem Westportal des Doms finden. Und - wohl die wichtigste Neuerung - mit "Das Leben des Siegfried" von Bestseller-Autor John von Düffel steht zum ersten Mal eine Komödie auf dem Programm.

"Wir wollen auf keinen Fall ulkig sein"

Regisseur Mehmert legt allerdings Wert darauf, dass es kein "Schenkelklopfer-Stück" wird: "Komödie ist ein dehnbarer Begriff", sagt er, "wir wollen auf keinen Fall ulkig sein".Stattdessen möchte der Regisseur mit Hilfe des Komödienstoffs "die emotionale Tiefe der Figuren herausarbeiten, um sie in ihrer Verletzbarkeit zu zeigen". Dort, wo sonst viel Blut fließt und fleißig gestorben wird, darf in diesem Jahr also gelacht werden.

Details zur Handlung möchte Mehmert bis zur Premiere am 31. Juli allerdings nicht verraten. Nur soviel, dass es eine Verwechslungskomödie um die Herren Siegfried und Seefried sein wird.

Weniger Geheimnisse machen Regisseur und Intendant um das Bühnenbild. Intendant Dieter Wedel freut sich "auf etwas ganz neues und etwas ganz anderes". Das Modell am Rande der Probenfläche zeigt einen dichten Tannenwald, ein bewegliches Wikingerschiff und eine Eisfläche. "Schließlich spielt das Stück teilweise in Island", deutet Mehmert den Sinn der Eisfläche auf der Bühne des sommerlichen Festivals an.

Aufwendige Bühne bereitet Kopfzerbrechen

Die besondere Herausforderung für das Ensemble wird es in den kommenden Wochen sein, die Dimensionen der Bühne richtig zu nutzen. Mit rund 30 Metern in der Breite und 15 Metern in der Tiefe ist sie kräftig gewachsen. "Es ist ein Risiko, eine Komödie auf einer so großen Bühne zu machen", sagt Wedel.

Viele Umbauten müssten einkalkuliert und die Schauspieler sehr genau positioniert werden, damit die Riesenbühne aus dem Zuschauerraum nicht leer wirke, ergänzt Mehmert. Szenisch eingebunden werden muss auch eine neunköpfige Band, die neben den Schauspielern auf der Bühne agiert.

Neben all den Neuerungen ist aber in Worms auch vieles geblieben, wie es bereits in den letzten sieben Jahren war: Schon die Probenarbeiten ziehen einen riesigen Tross von Kamerateams und Fotografen an, Intendant Wedel nimmt seine Sonnenbrille selbst in der abgedunkelten Probenhalle nur ungern ab, und das Schauspielerensemble, das Wedel als "außerordentlich und besonders" vorstellt, darf getrost als Starensemble bezeichnet werden.

So gibt "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst den Hagen, Nina Petri (unter anderem "Lola rennt") die Brünhild, Mathias Schlung (unter anderem "Die dreisten Drei") den Seefred und Susanne Bormann (unter anderem "Der Baader-Meinhof-Komplex") die Kriemhild.

Dabei ist auch André Eisermann (unter anderem "Schlafes Bruder"). Er spielt den Siegfried und zählt mittlerweile selbst zu den Konstanten der Nibelungenfestspiele: Bis heute stand der gebürtige Wormser bei allen Ausgaben mit auf der Bühne. (ddp)

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