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Von der Festeburg zur Wagenburg und zurück

Der Lutherchoral und seine 500-jährigen Metamorphosen.

Georgenkirche in Eisenach
„Ein feste Burg ist unser Gott“ über dem Portal der Georgenkirche in Eisenach (Thüringen). Foto: epd

„Wer die Musicam verachtet, wie denn alle Schwärmer thun, mit denen bin ich nicht zufrieden… Ich gebe nach der Theologia der Musica den nähesten Locum und höchste Ehre“. Mit diesem Lutherzitat leitet der aus einem evangelischen Pfarrhaus stammende Musikwissenschaftler Martin Geck seine umfassenden, unterhaltsamen und pfiffig illustrierten Untersuchungen über die Lutherchoräle in Buchform ein („Luthers Lieder – Leuchttürme der Reformation“, Georg Ohms Verlag, 2017). Die „Theologia“ Luthers fand Unterstützung in einer zeitgenössischen Neuerfindung, die in Windeseile das Gedankengut der Reformation überall verbreitete: den Buchdruck. Ein fast ebenso wichtiges und folgenreiches Medium der lutherischen Reformation war dann der Gemeindegesang, der eine erste Stütze fand in markanten Chorälen wie „Ein feste Burg ist unser Gott“, „Vom Himmel hoch“ oder den auf älteren Vorlagen basierenden „Gelobet seist du, Jesus Christ“ oder „Christ lag in Todesbanden“. Heroen der Musik wie Heinrich Schütz, J.S. Bach, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Reger, Schönberg, Hindemith, Busoni, Lachenmann und viele andere sorgten dafür, dass die Sphäre des Lutherchorals eine reiche kunstmusikalische Nachblüte erlebte.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Martin Luther

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