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Times mager Zombies

Der US-Bundesstaat Illinois findet, dass, wer auf Zombies gut vorbereitet ist, auch sonst nicht erschüttert werden kann.

USA
Hat es schon ins ganz reale Leben geschafft: das Spiel „Pflanzen vs. Zombies“. Foto: rtr

Angsthasen bevorzugen das seit Jahren auch für das Handy erhältliche Spiel „Pflanzen vs. Zombies“, bei dem sie mit Ablenkungsknoblauch, Erbsen-Maschinengewehren, Erbsen-Pistolen, Erbsen-Vereisungspistolen, Kartoffelsackmonster-Schilden, Kartoffelminen, Kohl-Katapulten, Kokosnuss- und Kürbis-Abwehranlagen, Paprika-Flammenwerfern, Schlingpflanzen, Seestern-Geschossen, Sprunggurken, Wassermelonen-Schleudern sowie zombiefleischfressenden Pflanzen gegen heranrückende Zombiereihen vorgehen können. Das Spiel ist auf Dauer recht anspruchsvoll, da die Zombies ihrer Natur entsprechend Ausdauer beweisen und in erheblichen Horden auftreten.

Die Pflanzen sind ganz reizend, aber auch sehr wehrhaft, der Spieler wird sich bald stark mit ihnen identifizieren, vor allem mit den Kartoffelsackmonstern, die wirklich tun, was sie können, wohingegen die Kokosnuss-Abwehranlagen schneller schwächeln, als es im Anti-Zombie-Kampf effizient erscheint. Man lernt im Laufe der Zeit dazu.

Sicher werden jedoch Menschen, die sich alternativ dazu oder auch ergänzend Zombiefilme anschauen, weit besser informiert sein, was die Untaten der Zombies und die Möglichkeiten zur Gegenwehr betrifft – „Pflanzen vs. Zombies“ blendet bei dem abschließenden Satz „Zombies essen dein Gehirn“ immer diskret aus. Das ist auch nicht direkt angenehm, aber auf Details wird eben doch verzichtet. Man hört die fürchterlichsten Geschichten. Man ist auf der Hut.

Darauf setzt nun offenbar auch der US-Bundesstaat Illinois, der den kommenden Oktober zum Zombie-Vorbereitungs-Monat deklariert hat. In der entsprechenden Resolution heißt es: „Auch wenn es möglicherweise niemals zu einer Zombie-Apokalypse kommen wird, so ist die Vorbereitung auf ein solches Ereignis doch dieselbe wie für jede Naturkatastrophe.“

Die Bevölkerung solle auf alles eingestellt sein, ein Zombie-Angriff sei nur eine der zahlreichen Möglichkeiten. „Wenn die Bürger von Illinois auf Zombies vorbereitet sind, sind sie vorbereitet auf jede Art von Naturkatastrophe.“ Im Zentrum stehe die Anschaffung von Wasser- und Essensvorräten sowie anderer Notversorgungen, die für bis zu 72 Stunden reichen sollten. Da lacht der Zombie müde.

Selbstverständlich ist das ein Marketinggag, der Interesse bei jenen wecken soll, denen ein Wirbelsturm wurscht ist. Etwas albern ist es trotzdem. Es käme einem zupass, wäre die Resolution eine Entwicklung dieser amerikanischen Tage. Tatsächlich gab es aber schon 2014 einen Zombie-Vorbereitungs-Monat in Kansas.

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