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Times mager Wer war am besten frisiert?

Was interessant ist, passt auch in ein Ranking. Zum Beispiel die zehn besten Motivationssongs zum Gewichtheben.

Donald Trump
Ob Donald Trump zu den fünf bestfrisierten US-Präsidenten der Geschichte gehört? Foto: Imago

Aus aktuellem Anlass könnten wir hier und heute die besten zehn Winter-Olympioniken aller Zeiten aufzählen. Oder die besten fünf Berlinalen aller, äh, Jahre. Oder die besten zehn Konsolenspiele von 2013 (wahrscheinlich gab es insgesamt elf). Wahlweise die besten Zahnbürsten mit Wildschweinborsten vom Juni 2001. Oder die zehn besten Funksprüche des vergangenen Jahres, deren herausragende Qualität allerdings nur Leute erfassen können, die sich für Motorsport interessieren: „Wann habe ich ein gefährliches Manöver gemacht?“ oder „Ich werde auf deinen Sitz pinkeln.“ Nun ja. Tiefergelegt, das alles, oder eher, im Sinn des Superlativs: tiefstgelegt.

Nehmen wir lieber die zehn besten Dribbelgenies. Oder die zehn besten Tischtennis-Ballwechsel von April 2016. Oder die zehn besten französischen Surferinnen (wahrscheinlich gibt es insgesamt elf). Oder die zehn besten Motivationssongs zum Gewichtheben. Das haben wir uns übrigens nicht ausgedacht. Auf der Liste stehen: „Iron Man“ von Black Sabbath, „Don’t Stop Me Now“ von Queen, „Eye of the Tiger“ von Survivor, aber auch „Stockholm Syndrome“ von Muse: „Look to the stars / Let hope burn in your eyes / And we’ll love and we’ll hate and we’ll die / All to no avail, all to no avail.“ Ein sinnloser Tod, um das Training schmackhaft zu machen? Interessant, wie Gewichtheber so ticken.

Der Mensch liebt Listen und erstellt permanent Bestenlisten, vom Größten bis zum Orangefarbensten. Die zehn besten Nordkorea-Sanktionen. Die fünf bestfrisierten US-Präsidenten. Die größten Menschen. Die kleinsten Menschen. Die dicksten Menschen. Die dünnsten Menschen. An das Thema Mensch anschließend: die zehn größten Friedhöfe der Welt. Und die zehn größten Brauereien der Welt. Die zehn größten Unternehmenspleiten. (Nicht unbedingt hervorgerufen von den zehn dümmsten Menschen der Welt.)

Warum wir das erzählen? Weil auch die Verantwortlichen hinter dem renommierten Man-Booker-Preis nicht damit zufrieden sind, einmal im Jahr ein Buch auszuzeichnen: Sie lassen aus Jubiläumsgründen jetzt aus den Titeln der vergangenen 50 Jahre den goldenen Booker wählen. Literaturprofis erstellen eine „Golden Five“-Liste, dann darf das gemeine Lesevolk abstimmen. Es wäre kein britischer Preis, würden nicht auch bald Wettbüros die Golden-Booker-Wette anbieten. Favorit ist übrigens Salman Rushdie mit „Mitternachtskinder“, denn er hat auch schon den 25-Jahre- und 40-Jahre-Booker gewonnen.

Da wir das etwas langweilig finden, möchten wir parallel eine Die-zehn-besten-Times-mager-Abstimmung anregen.

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