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Times mager Von Tieren und veganen Veganern

Aus gegebenem Anlass noch mal für alle: „Fuchs, du hast die Gans gestohlen ...“

Feldmaus
Und welche Rechte hat die Maus? Foto: imago

Aus gegebenem Anlass noch mal zum Mitsingen: Fuchs, du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her! Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr. Seine große, lange Flinte schießt auf dich den Schrot, dass dich färbt die rote Tinte und dann bist du tot. Liebes Füchslein, lass dir raten, sei doch nur kein Dieb; nimm, du brauchst nicht Gänsebraten, mit der Maus vorlieb.

Die Melodie dürfte allen bekannt sein, für alle anderen erklingt sie seit gestern wieder am Limburger Rathaus, als Glockenspiel. Die Veganerin, auf deren Bitten Bürgermeister Hahn (!) das Volkslied vorübergehend aus dem Programm genommen hatte, wird es vielleicht ertragen.

Offen bleiben allerdings einige Fragen: Verletzt das Lied eher die Rechte der Gans oder die des Fuchses? Was ist mit der Maus? Ist nicht die Todesstrafe für jemanden, der Tiere isst, angemessen? Oder handelt es sich um ein unauflösliches Dilemma: ein Tier töten zu müssen, damit es kein Tier tötet? Die Veganerin soll gesagt haben, es genüge ihr, wenn der Fuchs nicht erschossen wird. Das ist nett, aber reimt es sich dann noch?

Das Dilemma ist übrigens demjenigen sehr ähnlich, das uns etwa bei „Ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei, da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops entzwei“ begegnet. Büßt nicht der Mops (zumal so wenig essbar wie der Fuchs, im Gegensatz zu Gans und Ei) vollkommen zu Recht dafür, sich tierischer Produkte zwecks Verzehrs bemächtigt zu haben?

Gastronomie-Fachkraft E. erzählte im Kaffeehaus, er sei mal an anderer Stelle von einer Kundin gefragt worden, ob das angebotene Lassi vegan sei. Daraufhin habe er leichtfertig geantwortet: „Bist Du Veganer?“ Das „Nein, Veganerin“ habe ihn veranlasst, seine warme Jacke überzuziehen. Aber das nur nebenbei.

Jedenfalls entspann sich im Kaffeehaus eine Debatte, die den Leserkommentaren auf „faz.net“ zum Fall Limburg auffallend ähnelte. Hier sei nur der schönste auszugsweise wiedergegeben: „Entscheidend ist doch, dass in unserer Gesellschaft derzeit überall viele der althergebrachten Traditionen, Bräuche und Kulturgüter in Frage gestellt werden. Im Ergebnis führt dies im Rahmen der Political Correctness zu einer Erosion unserer kulturellen Identität. Ob nun die gesteuerte und organisierte Islamisierung westlicher Gesellschaften oder die Einflussnahme gewisser politischer Interessensgruppen auf Lehre und Uni – das Ergebnis ist fatal.“

Wäre Humor ein tierisches Produkt – halb Deutschland bestünde aus fleischfressenden Veganern. Und die andere Hälfte aus veganen Veganern.

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