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Times mager Urlaub vorbei

Urlaub gehört definitiv verboten. Weshalb? Lesen Sie selbst!

Miss Marple und der Wecker
Miss Marple im Bett - hat sie der Wecker aus dem Schlaf gerissen oder nicht geklingelt, weil die Batterie leer ist? Foto: imago

Während andere erst noch in den Urlaub fahren werden – die Bayern etwa, denn sie werden wegen Wahlkampf bald gute Nerven brauchen -, ist der eigene Urlaub vorbei und muss hier nun ein Vorschlag in die Welt gesetzt werden, der eigentlich nur Zustimmung finden kann: Urlaub gehört verboten. Generell und überhaupt.

Denn erstens geht der Tourist, seien wir ehrlich, den Einheimischen doch nur auf die Nerven. Denn er bestellt sämtliche Beilagen um und um – „statt Möhren hätte ich lieber Erbsen zum Schwertfisch, aber nicht so verkocht bitte, bissfest, das kennen Sie doch sicher von Nudeln, oder, bissfest eben. Oder warten Sie: Eigentlich hätte ich gern Spinat, haben Sie Spinat? Nein? Wirklich keinen Spinat? Hm … dann nehme ich Brokkoli, der soll wenigstens gesund sein. Oder nein, doch lieber Erbsen. Nun rennen Sie doch nicht gleich weg, ich bleibe bei den Möhren, wer weiß, wie verkocht die Erbsen kommen …“ Er möchte gern ein Zimmer mit Meerblick („Aufpreis? Das Meer kostet Sie doch nichts!“). Außerdem eine Badewanne und nicht nur eine Dusche. Außerdem riecht das vom Hotel zur Verfügung gestellt Duschgel nach Vanille – und kann man es einem Mann zumuten, nach Vanille zu riechen? „Die Damen werden denken, ich bin schwul“ (Tourist lacht, Hotelangestellte lacht nicht).

Aber zweitens kommt das richtig dicke Urlaubsende erst, wenn man zurück ist von der Algarve, von Antalya oder Ägypten. Dickes Urlaubsende a): Zu Hause ist alles, wie es war. Dickes Urlaubsende b): Zu Hause ist alles schlimmer geworden.

Dickes Urlaubsende a) zum Beispiel: Wecker reißt aus dem Schlaf, Milch fürs Müsli ist sauer geworden, Duschgel mit Lieblingsduft ist ausverkauft, S-Bahn ist neun Minuten verspätet, so dass man nicht aufgrund der Zehn-Minuten-Garantie eine Erstattung anmelden kann. Das hat der Fahrer absichtlich gemacht. Dickes Urlaubsende b) zum Beispiel: Weckerbatterie leer, verschlafen, ohne Frühstück aus dem Haus, Produktion des Lieblingsduschgels eingestellt, S-Bahn fährt wegen eines Oberleitungsschadens oder einer kaputten Weiche die nächsten dreieinhalb Stunden überhaupt nicht – und man kann trotzdem bloß eine mickrige Zehn-Minuten-Erstattung anmelden.

Wie auch immer es nach einem Urlaub läuft, es kann gar nicht zufriedenstellend laufen, denn entweder a) oder b). 24 Stunden nach einer Heimkehr ist der Frust groß und verklären sich in der Erinnerung des Urlaubers bereits die faden und verkochten Möhren. Er wird es also wieder tun, nächstes Jahr. Außer, man verbietet es ihm.

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