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Times mager Magic

Die aufmerksame Zuhörerin konnte in der S-Bahn etwas über schlafende Elefanten lernen - und übers Aufräumen.

Amboseli National Park
Wie wie Schlaf so ein Elefant wohl braucht? Foto: rtr

An diesem Morgen ging es im Wagen des öffentlichen Nahverkehrs unter anderem um schlafende Elefanten (zum Beispiel: Schlafen Elefanten überhaupt und wie schlafen sie, ohne umzufallen?), um schlafende Menschen (eher: schlaflose Menschen) und um solche, die aufräumen. Beziehungsweise aufräumen wollen. Beziehungsweise seit ungefähr drei Jahren aufräumen wollen und noch nach der passenden Technik suchen. Es ging um Tipps, wie diese Technik aussehen könnte.

Zu den Elefanten: Ein Sprecher glaubte sich an die Information zu erinnern, dass von allen Säugetieren der Elefant am wenigsten Schlaf braucht, nämlich zwei Stunden. Und bei den Elefanten der weibliche. Dass diese Tiere schlafen, erkennt man offenbar nur daran, dass sie den Rüssel stillhalten. Was vermutlich nützlich ist, um nicht von einem schwingenden Rüssel aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden und, siehe oben, umzufallen. Der Mensch muss sich, egal ob männlich oder weiblich, bekanntlich hinlegen. Vorher waschen, Zähne putzen, Pyjama anziehen, Zipfelmütze aufsetzen – ziemlich umständlich.

Und dann passiert womöglich das: schlaflos in Frankfurt, Groß-Gerau, Offenbach, Bad Homburg … das von den Elefanten zum Menschen weitergewanderte Pendlergespräch brachte da keinen Rat. Oder nur Rat von der Art, die schon Kafka nicht half (vielleicht sogar den Käfer-Alptraum gab): Heißes Bad nehmen, heiße Milch trinken, Kräutertee trinken (Baldrian, Melisse, Lavendel), Bettmütze aufsetzen, damit wenigstens der Kopf warm gehalten wird, wenn man schon nicht schläft und sich die Haare raufen möchte.

Noch dringender, stellte sich heraus, möchte sich mancher oder manche angesichts von Unordnung die Haare raufen. Der Jahresanfang scheint übrigens prädestiniert für Endlich-Aufräumen-Gespräche. Marie Kondos „Magic Cleaning“ wurde empfohlen, bei dem, wenn wir das richtig verstanden haben, sich die Dinge trotz des Namens leider keineswegs von selbst aufräumen. Gleiches solle man herauskramen und zu Gleichem tun, erklärte eine Mitpendlerin zum Thema magische Ordnung, etwa Putzschwämmchen auf einen Haufen, Socken auf einen Haufen, Unterwäsche, Teller, Töpfe – und dann die Exemplare entsorgen, an denen man nicht so hängt und die man lange nicht benutzt hat. Leuchtet ein.

Aber, erste Schwierigkeit, welches Putzschwämmchen mag man lieber als die anderen? Und welches Paar Socken? Welche Untertasse? Und was ist mit den Dingen, die man höchstens einzeln besitzt? Zum Beispiel mit dem schlafenden Elefanten im Porzellanladen, der nur ab und zu mal den Rüssel hebt, um eine blöde Bemerkung zu machen und damit in die Zeitung zu kommen.

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