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Times mager Harry Potter und der Haufen Asche

Die Redaktion träumt davon, sich von einem Schreibroboter ersetzen zu lassen und ins Café zu gehen.

Harry Potter und der Feuerkelch
Die sieben Rowling-Romane wurden zwecks Generierung eines achten in ein sogenanntes prophetisches Terminal eingegeben (Szene aus Harry Potter und der Feuerkelch). Foto: Imago

Menschen, die ihr Geld mit Schreiben verdienen (also zum Beispiel Journalisten und Joanne K. Rowling, Letztere allerdings viel mehr), werden jetzt die Sekt-, ach was, die Champagnerkorken knallen lassen. Denn zusammenhängende Texte sind vorerst noch etwas, das im verschalteten Köpfchen eines Computers nicht so recht Gestalt annehmen will – oder vielmehr: das eine Gestalt zum Kaputtlachen annimmt, auch wenn der beim Rechner in Auftrag gegebene Text keineswegs blühenden Blödsinn zum Ziel hatte. Sondern einen neuen Harry-Potter-Band.

Die sieben Rowling-Romane wurden zwecks Generierung eines achten in ein sogenanntes prophetisches Terminal eingegeben. Der solchermaßen gefütterte „Autor“ Botnik schrieb dann auch umgehend eine Geschichte, Titel: „Harry Potter und das Porträt, das wie ein großer Haufen Asche aussah“. Nun ja, warum nicht. (Allerdings: es kommt gar kein großer Haufen Asche vor, außer im Titel. Hm.)

Es ist also, beginnt Botnik (so weit, so gut), eine üble, stürmische, regnerische Nacht, in der Harrys Geist unterwegs ist. Harrys Geist trifft auf Ron. Ron beginnt auf der Stelle, Hermiones Familie aufzuessen (und das ist erst der Anfang!). Denn: „Rons Ron Hemd war genauso schlecht wie Ron selbst.“ Daraufhin gesteht die „vernünftige Hermione“: „Wenn ihr nicht glücklich stapfen könnt, dann werde ich aggressiv.“ In den Augen von Harry ist Ron sowieso nur „ein lauter, langsamer und weicher Vogel“. Okay. Könnte ja fiese Verzauberei sein. Aber: „Harry möchte nicht über Vögel nachdenken.“

Das kann man niemandem verdenken, der nach so vielen gefährlichen Abenteuern als Geist in einer Geschichte gelandet ist, der es ein wenig an Logik mangelt, selbst wenn es magische Logik wäre.

Die drei treffen auf eine Tür. „Sie schauten auf die Tür, schrieen, wie geschlossen sie war und baten darum, sie durch eine kleine Kugel zu ersetzen“ (Grammatik: Botnik). Als Passwort ruft dann die vernünftige Hermione: „RINDFLEISCHFRAUEN“. Rindfleischfrauen? Und schon steht ein Todesser hinter ihr, der trägt ein T-Shirt, auf dem steht: „Hermione hat vergessen, wie man tanzt“. Zur Strafe taucht Hermione sein Gesicht in Schlamm. Daraufhin stupst Harry Hermione in scharfe Soße. Doch sind die Todesser auch schon tot und Harry so hungrig wie noch nie (Botnik scheint eine Fixierung auf Essen zu haben).

Die Feuilleton-Redaktion, Appetit bekommend, hat daraufhin beschlossen, sich kurz mal von Botnik vertreten zu lassen. Und ist ins Café gegangen, auf einen Cappuccino und einen weichen Vogel in scharfer Soße.

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