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Times mager Genuss mit Katzen

Warum ein Katzenkumpel-Statement-T-Shirt? Gute Frage!

Hauskatze
Diese Katze steht womöglich auch auf fleischige Happen - sie muss das aber nicht einordnen können, schon gar nicht rückblickend. Foto: Imago

Heute mit wichtigen Nachrichten aus der Wirtschaft. Aus welcher Wirtschaft der Herr kam, den die Polizei in zusammengebrochenen Zustand am Dienstag auf dem Münchner Hauptbahnhof fand, ist nicht überliefert. Vielleicht wusste der Herr das auch nicht mehr, denn er hatte 6,52 Promille, obwohl er nach seinem Wiedererwachen versicherte, „lediglich eine Maß“ getrunken zu haben.

Wenn er das wirklich gesagt hat, ist es ein schlagender Beweis dafür, dass der Mensch unter Alkoholeinfluss einen Vorzug verliert, der ihn sonst vom Tier unterscheidet: die Fähigkeit, eigene Erlebnisse im Rückblick einordnen zu können, statt nur auf Beutejagd umherzustreifen und das gerade genossene Stück Trockenfutter bzw. Fleischhappen zugunsten sofortigen Weiterbettelns umstandslos zu vergessen.

Nach diesem gelungenen Übergang darf berichtet werden, dass es seit Neuestem ein „cooles Statement-Shirt“ zum „unwiderstehlich leckeren“ Katzenfutter gibt, das wir hier XXX nennen wollen. In einer aktuellen Mitteilung des XXX-Herstellers lesen wir: „Bleibt die Frage: Warum ein Katzenkumpel-Statement-T-Shirt?“

Von Katzen und Küken

Ja, gute Frage. Die Antwort gibt der „Star-Designer“, der das „Statement-T-Shirt“ extra für XXX entworfen hat. Und das Beste: „Da muss der Kult-Designer (nach FR-Informationen mit dem Star-Designer identisch, Anm. d. Red.) gar nicht lange überlegen“! Hier also die Antwort: „Statement-Shirts sind ein Mittel des Ausdrucks. (!!, Anm. d. Red.) Mit ihnen kann man nicht nur seinen Look individualisieren, sondern seine persönliche Botschaft verbreiten.“ Jawohl! Und wirkt die „persönliche Botschaft“ nicht umso persönlicher, wenn einem schon jemand die Textarbeit abgenommen und „Katzenkumpel“ hingeschrieben hat?

Der XXX-Hersteller erzählt dann noch so eine Geschichte, irgendwie mit einer Katze, die mit einem Küken befreundet ist und es trotzdem nicht frisst: „Dank der XXX, fleischige Happen mit 80 Prozent Huhn, kann sie (die Katze, Anm. d. Red.) ihren Fleischhunger stillen – und die beiden können Freunde bleiben.“ Wiiiiie süüüüß!

Etwas fragwürdig erscheint allerdings, um ehrlich zu sein, die darauf folgende Anmerkung des Kult-Designers: „Dabei denke ich sofort an meine eigenen Beziehungen.“ Ein fleischiger Happen für den Kult-Designer, und schon hört er auf, seine Freunde zu essen? Seltsamer Kult, ob selbst designt oder nicht.

Wer da nicht auf den Gedanken kommt, bei dem Designer handele es sich in Wahrheit um den Mann vom Münchner Hauptbahnhof, ist selber schuld. Aber der war Sachse.

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