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Times mager Franck Ribérys Blattgold

Franck Ribéry und die Diskussionskultur, ok, das war wohl nicht das, was Frank-Walter Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache meinte. Aber die anderen waren halt auch gemein.

Trainingslager FC Bayern München in Doha
„F**** eure Mütter, eure Großmütter und euren Stammbaum.“ Alles klar. Foto: dpa

Wem klingen sie nicht noch in den Ohren, die Festtagsworte unseres Bundespräsidenten? „Ja, es wird nicht nur gesungen an Weihnachten, sondern manchmal auch gestritten. Ich finde: wie gut, dass wir diskutieren; wie gut, dass wir miteinander reden!“ Es wird Frank-Walter Steinmeier sicher recht sein, wenn sein Appell auch rund um das Fest der Heiligen Drei Könige noch Anklang findet. 

Hier ein kleiner Auszug aus einer Debatte zwischen „Emmason“ und „EDD1ED“ zum Schwerpunktthema Franck Ribéry: „Lügenbaron! Ihr deckt ihn genauso schlimm wie damals als er minderjährige Zwangsprostituierte vögelte!“ – „Weil du nirgends ran darfst?“ – „Ich darf an erwachsen und umsonst ran. Ribery an minderjährig und bezahlt, Du Depp. Du darfst so gerade noch an deine Eier ran.“ 

Na ja, das war Twitter, und wie unser Staatsoberhaupt so richtig bemerkte: „Wo immer man hinschaut, erst recht in den Sozialen Medien: Da wird gegiftet, da ist Lärm und tägliche Empörung.“

Was für eine erfreuliche Erscheinung dagegen Hasan Salihamidzic! Mit der Kraft seiner eigenen Stimme, unterstützt nur von etwa drei Dutzend Mikrofonen, rückte er jetzt das Schwerpunktthema Franck Ribéry in intellektuell ansprechende Dimensionen.

So wies der Sportdirektor des FC Bayern München darauf hin, dass im Internet nicht nur der Fußballer Ribéry beleidigt worden sei, sondern auch seine „Mama“. Und das nur, weil Ribéry sich im Urlaub in Dubai ein mit Blattgold bedecktes Steak genehmigt habe. Da müsse man sich schon wehren, wenn auch nicht gerade mit folgendem Appell an die „Neider“, die „nur durch ein geplatztes Kondom zur Welt gekommen“ sein könnten: „F**** eure Mütter, eure Großmütter und euren Stammbaum.“

Nein, so die fein differenzierende Aussage des Sportdirektors, „niemals“ hätte sich Ribéry, obwohl ja eigentlich das bedauernswerte Opfer, in dieser Form äußern dürfen, da müsse schon eine Geldstrafe her. Aber die anderen waren halt auch gemein.

Ribéry hat sich in diesem Fall übrigens nicht selbst als Knochenbrecher betätigt, das tat der Wirt des Restaurants in Dubai persönlich, der durch eine bestimmte Art, Salz durch die Gegend zu streuen, eine berechtigte Berühmtheit erlangt hat. Und dass Ribéry nicht bezahlt hat für das Goldstückchen, muss zu seiner Verteidigung auch noch angemerkt werden, das Ganze war nämlich Marketing, also voll ok. Frank-Walter Steinmeier hat auch gesagt: „Und mehr noch als der Lärm von manchen besorgt mich das Schweigen von vielen anderen.“ Na ja. 

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