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Times Mager Familiensicher

Zwar betrachten Frauen attraktive Männer länger als unattraktive - aber wenn man ihnen die Bilder später nochmal vorlegt, können sie sich an die attraktiven weniger gut erinnern. Von Sylvia Staude

Sylvia Staude ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau. Foto: FR

Männer, die den Namen George Clooney nicht mehr hören können, seien mit dem Ergebnis eines Versuchs getröstet, der ergeben hat: Zwar betrachten Frauen attraktive Männer länger als unattraktive - aber wenn man ihnen die Bilder später nochmal vorlegt, können sie sich an die attraktiven weniger gut erinnern als an die unattraktiven. Bei heterosexuellen Männern ist es übrigens umgekehrt: Schöne Frauen prägen sich ihnen besser ein.

Das kann nur an einem liegen: Männer sind Träumer, Frauen Realisten. Zwar sehen sie sich einen schönen Mann gern und intensiv an, aber sie wissen: Es lohnt nicht, ihn dem Gedächtnis einzuprägen. Denn würden sie ihm auf der Straße begegnen, würde er sich vermutlich eh mehr für die glänzenden Espressomaschinen im Schaufenster interessieren als für sie.

Allerdings schließt eine realistische Lebenseinstellung nicht aus, dass man ab und zu Spaß haben will - von der Art vielleicht auch wie die berühmte Mrs. Robinson aus der "Reifeprüfung". Für Frauen, die sich jüngere Liebhaber wünschen, gibt es neuerdings sogar eine eigene Bezeichnung: Puma, englisch Cougar. Der Name spricht Bände, was die gesellschaftliche Akzeptanz eines Altersgefälles in die andere Richtung betrifft. Trotzdem gibt es schon Dating-Seiten wie "CougarLife.com".

Die allseits geliebte Suchmaschine Google hat, meldete die New York Times jetzt, solche Seiten nun als "nicht familiensicher" erklärt. Die Autorin der NYT verweist darauf, dass Gleiches nicht für Seiten gilt, mit deren Hilfe sich ältere Männer mit so genannten "sugar babies" bekannt zu machen suchen. Google wollte nicht dazu Stellung nehmen, aus welchen Gründen sugar daddies und ihre bisweilen hart an Prostitution grenzenden Such-Seiten familienfreundlich sein sollen. Ein Google-Vertreter schrieb in einer Mail an CougarLife: "Unsere Politik zielt insbesondere auf das Konzept des cougar dating als Ganzes".

Übrigens ergeben Befragungen zum Sexualverhalten stets: Männer nennen eine zwei- bis viermal so hohe Zahl von Sexualpartnern wie Frauen. Das könnte ein weiterer Beleg dafür sein, dass Männer in Wahrheit Träumer sind.

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