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Times mager Das letzte Wort zum ESC

Nein, zum eurovisionären Liederwettbewerb (ESC) ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Hier kommt es.

Spiegelei
Das Eiweiß sieht wie ein Spiegel aus - und der Dotter schaut quasi als Gesicht heraus. Woher das Spiegelei seinen Namen hat, ist nicht sicher geklärt. Foto: imago

Heute: Schlager und Eier. Um kurz auf den eurovisionären Liederwettbewerb vom vorigen Wochenende (ESC) zurückzukommen – es sind ein paar Fragen offen geblieben. Jedenfalls für den Teil der kontinentalen Bevölkerung, der irgendwann im Lauf des Abends heimkehrte, den Rest der Show betrachtete und am nächsten Tag verblüfft das Resultat zur Kenntnis nahm.

Wobei, „den Rest der Show betrachtete“ – na ja. Eher: reingezappt, die letzten vier Beiträge erlebt, nach dem 39. Schnelldurchlauf entnervt wieder rausgezappt. Ein ordentlicher ESC zieht sich ja über einen Zeitraum hin, den normale Leute für ihren Schönheitsschlaf dringend benötigen. Und so ein Schnelldurchlaufmarathon sorgt dafür, dass bald alles vor dem müden Auge des Betrachters miteinander verschmilzt, die Siebzehn- bis Dreiundzwanzigjährigkeit der Sängerinnen, die Bühnenbilder, die Musik, das Licht, der Jubel, alles ein Brei. Alles ein Rührei.

Da wälzt sich der Betrachter schließlich schlafend, als Endlosschleife ziehen die 26 Finalisten durch den Traum, bis er sie alle miteinander finalisieren, troubadixieren, mit Eiern bewerfen will, weil sie sich eh gleichen wie eins dem anderen.

Die Frage, die sich daraus am Frühstückstisch ergibt: Warum eigentlich Spiegelei? „Genau geklärt ist die Herkunft des Wortes nicht“, erläutert BonniesRanch auf gutefrage.de, aber die Fachwelt vermute: weil das Eiweiß aussehe wie ein Spiegel und der Dotter quasi als Gesicht herausschaue. Das muss als fragwürdig bezeichnet werden, ebenso die Dudendefinition „Ei, das in eine Pfanne geschlagen und darin gebraten wird, wobei der Dotter ganz bleibt“. Freunde des kaputtgestochenen und breitgebratenen Dotters, der beim Verzehr keine Chance hat zu fliehen, begehren hier selbstverständlich auf.

Anderswo sagt man Ochsenauge. Das trifft es besser, klingt aber weniger schön. Was sagen die Brüder Grimm? Sie sagen, am Anfang war das Spiegelei, beziehungsweise spiag’lei, so erstmals erwähnt beim Kollegen Johann Christoph Adelung im Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, gegart 1774–1786.

Also, spiag’lei, spiag’lei an der Wand, sag mir noch eines: Man kann ja über Levinas Lied geteilter Meinung sein, auch über ihre Frisur vom Samstagabend (über die ganz besonders) – aber war sie wirklich 24 Plätze schlechter als der Portugiese mit seiner „Liebe für zwei“? Du bist ganz schön hartgesotten, Eurovision.

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