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AlienCon Alienbesuch

Vielleicht hoffen sie, vielleicht auch lieber nicht, dass ein Außerirdischer vorbeikommt: Die Tausenden, die auf die „AlienCon“ gehen. Unsere Kolumne „Times mager“.

AlienCon
Im November gibt es in Baltimore die nächste Gelegenheit, eine AlienCon zu besuchen. Foto: afp

Wenn man auf „Contact“ doppelklickt, öffnet sich eine auf der Erde übliche E-Mail-Maske, die Anschrift beginnt mit „help@“. Das ist dann doch ein wenig enttäuschend. Gedankenübertragung wäre ein „must“ gewesen, unter diesen Umständen. Auch war mehr zu erwarten, als dass die FAQs mit einer Information zum Frühbucherrabatt (25 Prozent) starten.

Fast könnte man meinen, dass dies die Homepage von Lufthansa oder Ryanair ist. Dort würde man gewiss mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit (null) wie hier Informationen darüber finden, was ein Flug zum Mars so kostet und ob vor Weihnachten noch was frei ist, vielleicht sogar in der First Class (Lufthansa), vielleicht sogar im Supersonderangebot (Ryanair). Stattdessen auf dieser Homepage nur „Hotel“ und darunter: Sichern Sie sich eine günstige Übernachtung, teilen Sie sich das Doppelzimmer mit einem garantiert stubenreinen, sozialverträglichen Alien (okay, den zweiten Teil des Satzes hat das Times mager frei erfunden).

Rund 10.000 Besucher hatte in diesen Tagen, in denen die Leichtgläubigen staunend auf einen angeblich vom Erdschatten (angeblich rund, aber fragen Sie mal auf der Flat Earth International Conference nach) verdeckten Mond guckten, die AlienCon in Pasadena, Kalifornien. Es gibt auf der AlienCon keine Altersgrenze (Antwort auf FAQ Nummer zwei), aber trotzdem. Es werden ja nicht 10.000 Babys gewesen sein, die noch glauben, die Erde sei so flach wie der Kinderzimmerboden zwischen Töpfchen und verlorenem Schnuller Nummer 27, und dass, wenn der Plüschbär unwirsch brummt, er alle Aliens vertreibt.

Natürlich wollen Menschen, die eine AlienCon besuchen – nächste Gelegenheit: im November in Baltimore – die kleinen grünen Männchen, äh, selbstverständlich auch grünen Weibchen und regenbogenfarbenen LGBTs, nicht vertreiben. Die außerirdischen Männchen, Weibchen, LGBTs sind allerdings nie und nimmer grün, liest man als Statement eines Teilnehmers, das sei purer Aberglaube. Andererseits gibt es die Merchandising-Produkte der AlienCon – T-Shirt, Kappe, Warmhaltebecher – vor allem in zwei Farben: Neongrün und Schwarzes-Loch-Schwarz.

Grün oder nicht: Die Anti-Belästigungs-Richtlinien der AlienCon decken sicherheitshalber alles ab. Sie verbieten jede unerwünschte körperliche Annäherung in Bezug auf (aber nicht beschränkt auf) „Alter, Aussehen, Größe, Geschlechtsidentität oder -ausdruck, Rasse oder Volkszugehörigkeit, Religion oder sexuelle Orientierung“. Das gilt im Übrigen für ausnahmslos alle, auch für Plüschbären, auch für mal vorbeischauende Aliens.

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