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AfD Gauland, „Brandstifter im Biedermann-Sakko“

AfD-Chef Alexander Gauland spricht fließend rechtsextrem. Bei ihm hat die Destabilisierung der Demokratie, die Verächtlichmachung der Verfahren politischer Willensbildung System.

Alexander Gauland
Alexander Gauland arbeitet tagtäglich an der Verrohung der politischen Debatte. Foto: Imago

Das hat System. Methode hat die Verleumdung des politischen Systems der Bundesrepublik. System, um bei dem Wort zu bleiben, hat bei Alexander Gauland, dem Bundesvorsitzenden der AfD, die Destabilisierung der Demokratie, die Verächtlichmachung der Verfahren politischer Willensbildung, die Diffamierung liberaler Prinzipien, die Denunziation der „Systemparteien“ – als hätte es diese Propaganda nicht schon gegeben, erwiesenermaßen als Nazipropaganda.

Gauland hat sich im Laufe der letzten Jahre weiter radikalisiert. Er spricht heute fließend rechtsextrem. Bewusst nimmt er den Jargon des Mobs auf, wenn er dafür Verständnis zeigt, dass in Chemnitz Selbstjustizwillige „dann ausrasten“. Weil der AfD-Bundesvorsitzende radikal in sich hineinhorcht, muss man davon ausgehen, dass der Bundesbürger Gauland der Selbstjustiz im Namen eines gesunden Volksempfindens die AfD-Absolution erteilt.

Alexander Gauland und der „Fliegenschiss“

Die Beseitigung des „politischen Systems“ hat er soeben in einem Interview in der FAZ angekündigt. „Brandstifter im Biedermann-Sakko“, wurde er daraufhin auf dem FAZ-Leitartikelplatz beurteilt. Hat doch Gauland den Zivilisationsbruch durch die Nationalsozialisten als „Fliegenschiss“ in der deutschen Geschichte bagatellisiert; als Brandstifter hat er gezündelt – und das angesichts der Shoa. Bei anderer Gelegenheit hat er, offenbar stand ihm der Sinn nach einem wuchtigen Vergleich, über eine „Kanzler-Diktatorin“ schwadroniert. Irreführung als Strategie.

Gauland arbeitet tagtäglich an der Verrohung der politischen Debatte, zu seinem Tagwerk gehört die Kultivierung krudester Verschwörungstheorien. Er unterhält ein inniges Verhältnis zum Doppelspiel, wenn er in dem Interview zum Besten gibt: „Friedliche Revolutionen machen mir nie Sorgen.“ Irreführung auch das, denn war er bei auch nur einer dabei?

Gauland arbeitet gegen die Demokratie

Im nächsten Schritt wünscht er sich die Entfernung der etablierten Eliten herbei – dazu wählt er das Wort „vertreiben“. In einer Welt allgemeiner Vertreibung aus niederen Motiven ist das ein offenes Bekenntnis zu eben solchen Motiven.

Das Parlament vor sich hertreiben, Politik und Medien vertreiben – keine Vertreibung ohne Zwangsräumung, Raub und Gewalt. Der gewaltwillige Gauland gewährt immerhin großzügig, dass seine „friedliche Revolution“ keinen „Umsturz der grundsätzlich garantierten Ordnung“ anstrebe. Auf die Garantie, die Gauland gibt, ist für die freiheitlich-demokratische Grundordnung kein Verlass, im Gegenteil. Wer Gauland und der AfD die Stimme gibt, kreuzt keinen Denkzettel an. Er unterschreibt, von Gauland gegengezeichnet, die Absicht zur Vertreibung der Demokratie.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier AfD

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