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AfD Der gusseiserne Humor der Beatrix von Storch

Frage: Was hat die Widerstandskämpferin Sophie Scholl mit dem französischen Staatsmann Talleyrand zu tun? Antwort: Beatrix von Storch. Das Times mager.

AfD-Politikerin Beatrix von Storch zitierte kürzlich Sophie Scholl. Sie ist nicht die erste Rechte, die das tut. Foto: imago

Die Frage ist: Was hat die von den Nationalsozialisten ermordete Widerstandskämpferin Sophie Scholl (1921-1943) mit dem französischen Staatsmann Talleyrand (1754-1838) zu tun? Die Antwort lautet: Beatrix von Storch. Die für ihren gusseisernen Humor inzwischen allseits bekannte AfD-Politikerin hat vor einigen Tagen einen Satz Sophie Scholls getwittert, den diese vor ihrem Todesurteil durch den Volksgerichtshof gesprochen hatte: „Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagten sie nicht, es auszusprechen.“

Die Botschaft des Zitats war klar: So wie die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um Sophie Scholl der schweigenden Mehrheit ein Beispiel für Zivilcourage und Widerstand gegen die Diktatur im Dritten Reich gegeben hat, so streitet die AfD im Namen der erneut schweigenden Mehrheit gegen die diktatorischen Verhältnisse in der Bundesrepublik.

Jetzt ist natürlich die Aufregung darüber groß, dass ausgerechnet die führende Funktionärin ihrer sich rechtsradikalisierenden Partei sich auf das leuchtende Symbol des deutschen Widerstands beruft. Viel interessanter ist jedoch, auf wen Beatrix von Storch sich nicht beruft. Hier kommt der französische Staatsmann Talleyrand ins Spiel, auch er mit einem Zitat: „Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen.“

Nicht der erste Rückgriff auf die „Weiße Rose“

An wen könnte von Storch gedacht haben, als sie Sophie Scholl so zartfühlend zitierte? Es ist nicht verbürgt, aber naheliegend, dass sie in diesem Fall auf den Spuren des berüchtigten, wegen Volksverhetzung und Beleidigung mehrfach verurteilten Islamhassers Michael Stürzenberger wandeln wollte, der schon vor Jahren mit Bezug zur „Weißen Rose“ den Islam und den Nationalsozialismus gleichzusetzen pflegte. Demnach hätte von Storch – vgl. Talleyrand– zwar von Sophie Scholl geredet, aber an Michael Stürzenberger gedacht.

Apropos: An wen hat eigentlich der AfD-Bundessprecher Prof. Jörg Meuthen, die liberale Stimme im rechtsradikalen Chor seiner Partei, gedacht, als er jüngst beteuerte: „Wir wollen weg vom links-rot-grün versifften 68er Deutschland.“? Manche hielten den durchgeknallten Volksverhetzer Akif Pirincci („grün-rot versiffte Politik“) für den Urheber dieses farbigen Bildes.

Aber denkbar ist, dass der rechtsradikale Blogger Ernst Köwing Pate stand („rot-grün versiffte Wichser“), der als „Honigmann“ die Zuneigung aller aufrechten Rechtsextremisten genießt. Meuthen nennt seine Quellen nicht – für einen deutschen Professor etwas enttäuschend.

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