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ZuKT So was von bewegt

Die Tanzabteilung der Frankfurter Musikhochschule, ZuKT, stellt sich im Mousonturm vor.

Bühne
Wie ein Profi auf die Bühne gehen. Foto: FOTOLOFT MaciejRusinek

Wie bei den Kollegen von Musik und Schauspiel muss es das Ziel der Tanzabteilung der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sein, zwar Künstler auszubilden, aber das nicht am Markt vorbei (wo die Konkurrenz immens ist). So dass sich aktuelle Anforderungen an Tänzerinnen und Tänzer auch an dem Programm ablesen lassen, mit dem sich die Abteilung ZuKT (Zeitgenössischer und Klassischer Tanz) bereits aus Tradition einmal im Jahr im Mousonturm vorstellt. Danach scheint es eine Nachfrage nach starken klassischen Tänzern kaum noch zu geben, vielleicht auch, da die großen Compagnien in Stuttgart, München, Hamburg sowieso ihre eigenen Schulen haben.

Einstudiert haben ZuKT-Studierende dafür Mary Wigmans „Totentanz“ in der Fassung von 1921, der heute einerseits befremdet – zum Beispiel trägt das Tänzerquartett spitze Zaubererhütchen zum bunten Stoffballon –, andererseits ein faszinierend groteskes, nicht unbedingt altmodisches Bewegungsvokabular aufbietet zwischen Pathetik und Drolligkeit.

Die sieben anderen in diesem Jahr aufgeführten Choreografien waren modern. Marc Spradling, Professor für Klassischen Tanz und Pas de deux, schuf zwei anspruchsvolle, geschmeidig fließende Duos; die Frauen tanzten auf halber Spitze. Jean-Hugues Assohotos „Bodies in Space“ spielten mit Reihenbildung und Ausbruch aus der Reihe, mit Zusammenballung und Vereinzelung, mit abruptem Sturz und Wiederaufraffen. Die Studierenden des zweiten Semesters waren nicht immer ganz synchron, wenn sie synchron sein sollten, aber doch schon ziemlich souverän.

Eine stolze Zahl an Gastchoreografen und Gastdozenten kann ZuKT anführen, es scheinen von Jahr zu Jahr mehr zu werden – was sicherlich dem Ziel dient, die Studierenden reell auf die Praxis vorzubereiten. Renommierte Choreografen stellen kleine Stücke, Auszüge zur Verfügung (diesmal Cameron McMillan, Ayman Harper, Marguerite Donlon), manche sogar Neues.

Besonders furios und trotz des Titels alles andere als unbewegt war „i’m not moving“ von Kassels Tanzchef Johannes Wieland, an dessen teils brachialem Tanz sich das 6. Semester überzeugend abarbeitete. Eine gewisse Rücksichtslosigkeit sich selbst gegenüber wurde von Tänzern zwar schon immer verlangt, aber der Trend geht doch derzeit auch noch mehr hin zu einem atemberaubenden Tempo – egal, ob es sich um Neoklassik oder Breakdance-Elemente handelt.

Hier und da merkte man an dem Abend noch das leichte Zögern, das aus mangelnder Erfahrung kommt. Und bei der choreografierenden Studentin Katja Cheraneva ein Orientierung an Moden. Aber beides lässt sich ablegen.

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