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Volksbühne Dercon unterzeichnet Auflösungsvertrag

Noch offen war die Frage nach der Abfindung, die sich in der offiziellen Erklärung zum Rücktritt Chris Dercons hinter der Formulierung „einvernehmlich“ versteckte.

Chris Dercon
Bisheriger Intendant der Volksbühne: Chris Dercon. Foto: dpa

Eine „nachrangige Frage“ war das für den Kultursenator Klaus Lederer im Interview, man stehe noch in Verhandlungen. Manch einer wird hier das dicke Ende eines kulturpolitischen Desasters vermutet haben.

Nun ist der Auflösungsvertrag unterschrieben, und die Parteien, Lederer und für Dercon der Anwalt Peter Raue, teilen mit, dass der belgische Kulturmanager noch bis zum 31. Dezember seine Bezüge erhält. Wie hoch diese sind, geht die Öffentlichkeit per Gesetz nichts an. Menno! Schade, dass Lederer noch nicht durchgedrungen ist mit seinem Vorhaben, diese Gehälter offenzulegen. Ob ihn das in dieser Situation eher freut? Wohl kaum, denn um die Spekulationen ganz aus der Welt zu räumen, ist nichts geeigneter als eine konkrete Zahl.

Nennen wir eben mal eine: Im deutschen Sprechtheater können die Spitzengehälter bis zu 250 000 Euro im Jahr betragen. Die Vertragsauflösung, so heißt es in dem Papier, sei der Notwendigkeit einer konzeptuellen Neuausrichtung geschuldet und „nicht der aktuellen finanziellen Situation der Volksbühne“. Wichtig ist das Wort aktuell. Laut früheren Äußerungen von Lederer war nämlich die Zuspitzung der finanziellen Situation absehbar. Sie hätte ab Herbst nur mit bis zu 15 Schließtagen pro Monat aufgefangen werden können.

Die Kompromissformulierung lässt Lederer als jemanden dastehen, der vorausschaut, aber nicht allein mit Zahlen argumentiert. Und für Dercons berufliches Fortkommen ist es auch besser, wenn er rein rechnerisch keine defizitären Bilanzen hinterlässt. Deshalb setzten die Parteien schnell einen Punkt unter den Auflösungsvertrag: Sie haben sich auch darauf geeinigt, „keine weiteren Presseerklärungen“ dazu abzugeben.

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