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Rechtsextremismus Theater-Leiter gegen Spaltung der Gesellschaft

Theater in Deutschland wollen sich weiter gegen rechtes Gedankengut stellen. 60 Leiter von Theatern und Kulturorchestern diskutieren in Stuttgart, wie sie auf gesellschaftliche Veränderungen, etwa in der Folge des Zuzugs von Flüchtlingen, eingehen können.

19.01.2016 18:54
Vielfalt - Zeichen für Toleranz
Stuttgart 2015: Die Staatsoper zeigt ein buntes Banner mit der Aufschrift «Vielfalt» bei der ultrakonservativen «Demo für Alle» als Zeichen von Toleranz. Foto: Daniel Maurer Foto: Daniel Maurer (dpa)

Das Theater müsse seine Kultur der nicht radikalisierten Diskussion bewahren, sagte der Vorsitzende der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, Ulrich Khuon vom Deutschen Theater in Berlin. Diese Kultur gewinne an Bedeutung, wenn eine Gesellschaft nicht mehr fähig sei, miteinander zu sprechen oder gar eine Spaltung drohe.

Die Politik richte in dieser Situation Erwartungen ans Theater als Institution kultureller Bildung. Es sei Aufgabe der Intendanten, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und den Bezug zur Realität zu behalten, sagte Khuon. «Kunst kann sich in zwei Richtungen selbst gefährden.» Zum einen, wenn sie sich nur noch nützlich machen solle, nur noch Sozialarbeit sei und keinen künstlerischen Überschuss mehr bringe. «Und die andere Gefahr ist, dass sie sich völlig in sich selber auflöst, also dass sie mit der Wirklichkeit überhaupt nichts mehr zu tun hat», sagte Khuon.

Rechtspopulistische Gruppen hatten im Laufe des vergangenen Jahres auch vor Theatern in mehreren Städten Kundgebungen abgehalten. Die Häuser wehrten sich dagegen: In Stuttgart zum Beispiel hatte die Staatsoper ein buntes Banner mit der Aufschrift «Vielfalt» bei der ultrakonservativen «Demo für Alle» als Zeichen von Toleranz an ihrer Fassade entrollt.

Über mögliche weitere Aktionen sagte der Stuttgarter Opernintendant Jossi Wieler: «Wir planen, unsere Haltung zu bewahren.» Die Intendantengruppe trifft sich zweimal im Jahr an wechselnden Orten in Deutschland. (dpa)

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