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Oper Frankfurt Laboratorium der Langeweile

Die Tschechow-Oper „Tri sestry“ von Peter Eötvös eröffnet die Spielzeit der Oper Frankfurt.

Oper Frankfurt
An einem Ort unlebbarer Sehnsüchte: Irina (Ray Chenez), Mascha (David DQ Lee), Andrei (Mikolaj Trabka) und Olga (Dmitry Egorov). Foto: Monika Rittershaus

Man könnte sagen, Peter Eötvös (Jahrgang 1944) stamme aus der Höhle des Löwen – als ganz junger Mann wurde er, enger Mitarbeiter Karlheinz Stockhausens, zunächst von dessen Ästhetik geprägt. Danach „emanzipierte“ er sich – als vielfältig interessierter Dirigent und als ein Musikerfinder, der, ohne Berührungsängste, mit dem erworbenen avantgardistischen Wissen eine multistilistische Musik favorisierte, die dazu tendierte, Gegensätze zwischen „alt“ und „neu“ zu verwischen. Das Raffinement im Zusammenspiel von Instrumental- und Vokalpart ist auch in den „Tri sestry“ so virtuos und überzeugend, dass man kaum Zeit hat für die Überlegung, ob das nun 1898 oder 1998 komponiert sei. Mit exzellierendem Nuancenreichtum beschworene Tschechow-Welt oder nicht eher doch das artifizielle Konstrukt einer aus modernem Bewusstsein entstandenen Meta-Psychologie? Ein geheimnisvolles Rätsel, das auch von den dirigentischen Präzeptoren – Dennis Russell Davies und Nikolai Petersen – in Frankfurt nicht gelöst werden wollte. Anhaltender Beifall für eine minuziös realisierte Produktion.

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