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Maria Furtwängler Furtwängler gibt Theaterdebüt am Kudamm

"Tatort"-Schauspielerin Maria Furtwängler gibt in der Komödie „Gerüchte, Gerüchte“ ihr Theaterdebüt am Kudamm in einem blauen Petticoat und zeigt sich doller und doof.

15.01.2013 16:00
Von Ulrich Seidler
Maria Furtwängler in Blau. Foto: Thomas Grünholz

Maria Furtwänglers Theaterdebüt ist geglückt, Blitze blitzten, Rosen flogen aus dem prominenten Publikum. Und es lässt sich feststellen: Sie kann nicht nur doller, sie kann auch doof. Die Fernsehdarstellerin ist in ein blendend blaues Petticoat-Cocktail-Kleid gehüllt, der blonde ondulierte Schopf wird von einem ebenso blauen Haarband gehalten. Neil Simon, der alte US-amerikanische Boulevardtheaterfuchs, weiß, dass das aufgebrezelte Publikum gern noch ein bisschen aufgebrezeltere Schauspielerinnen sieht, und lässt seine Komödie „Gerüchte, Gerüchte“ (1988) während einer Dinner-Party spielen. Der 10..Hochzeitstag eines stellvertretenden New Yorker Bürgermeisters und seiner Frau soll gefeiert werden.

Getrübt, aber zunehmend aufgekratzt ist die Stimmung durch den Umstand, dass der Gastgeber sich durchs Ohrläppchen geschossen und mit Beruhigungsmitteln in den Zustand der Auskunftsunfähigkeit gebeamt hat, während die Gastgeberin nicht nur geistig abwesend ist, sondern auch sonst. Vermutlich Ehekrach mit Selbstmordversuch. Oje, das gibt einen Skandal!

Die vier eingeladenen, ziemlich neurotischen Paare versuchen, das Naheliegende erst voreinander, später nur noch vor der Polizei zu vertuschen, wobei sich die kleinen Unwahrheiten zu einer immer wilderen Story aufstapeln, die sich am Ende pointenhalber als vermutlich wahr erweist. Unglaublich!

Ganz allein auf der Bühne

Als sich der Vorhang hebt in dem vor Erwartung vibrierenden Theater am Kurfürstendamm, ist Maria Furtwängler ganz allein auf der Bühne, kein Wunder, dass die Debütantin aufgeregt und nervös ist, aber sie hat ja auch Nervosität zu spielen. Und weil man im Theater doller machen muss als vor der Kamera, tippelt sie durchs Geviert, geht vor Nikotin-Schmacht fast auf die Knie vor der Zigaretten-Kredenz und kreischt lustig auf, als das Telefon klingelt und endlich die Handlung in Gang kommt. Bis hierhin ist es Arbeit. So richtig erleichtert und entzückt darf das Publikum von Furtwängler aber erst dann sein, als sich herausstellt, dass sie praktisch eine Gegen-Lindholm vorführt und somit auf das Kontrastreichste ihre Verstellungskunst unter Beweis stellt. Die coole, bescheidwisserische, aber dennoch sympathische „Tatort“-Kommissarin erweist sich hier als ziemlich langsam und flach denkende, aber dennoch sympathische Oberschichtsmaus. Und so schön unroutiniert gespielt!

Bei allem Promi-Konfetti fügt sich Maria Furtwängler diszipliniert in ein ziemlich homogenes, von den Regisseuren Estera Stenzel und Adrian Castilla ins Bühnenbild von Clare Elliot und Lisa Buchholz arrangiertes Ensemble, aus dem vor allem Urs Stämpfli heraussticht, der den Abend phasenweise ganz an sich reißt, über die Bühne wetzt und dabei nie seine Genickverrenkung mitzuspielen vergisst.

Ein bisschen dampfig, ziemlich amüsant und gut verpackt, dieser Abend am Kudamm. Was Solides für den Boulevardtheaterfreund. Und dass es den Spielern Spaß macht, ist doch auch schön.

"Gerüchte, Gerüchte" am Kudamm-Theater Berlin bis 28. Feb., theater-am-kurfuerstendamm.de; Tel.: 030 / 88591188

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