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Gerd Grochowski ist tot Zum letzten Mal

Am Sonntag sang er noch am Staatstheater Wiesbaden den Wotan: Der Bassbariton Gerd Grochowski ist völlig unerwartet mit nur 60 Jahren in Mainz gestorben.

Gerd Grochowski als Herzog Blaubart in Wiesbaden, 2015. Foto: Karl & Monika Forster

Aus dem Sängerleben gerissen wurde der Bassbariton Gerd Grochowski, der am Sonntag in Wiesbaden Wotan war und am Montag im Alter von 60 Jahren in Mainz gestorben ist. Er erlag einem Herzinfarkt, wie das Staatstheater am Dienstag mitteilte.

Grochowski, 1956 in Krefeld geboren, war international tätig, nicht allein im Wagnerfach, auch wenn man sich als Frankfurter etwa an seinen jugendlich wirkenden Kurwenal in Christoph Nels „Tristan“ erinnern könnte. 2003 war das, zur Zeit seines verheißungsvollen Aufstiegs in einem Fach, in dem ein gewisses Alter noch lange kein Nachteil ist. Tatsächlich waren es zuerst Wagner-Partien, die ihn an die Met, die Scala oder nach San Francisco brachten. Janácek-Opern kamen bald hinzu, Dr. Schön in Alban Bergs „Lulu“ oder der Herzog in Béla Bartóks „Blaubarts Burg“ – eine Rolle, die er auch in Wiesbaden sang, wo Intendant Uwe Eric Laufenberg stark auf ihn setzte.

In Bayreuth war Grochowski für 2017 erneut als Klingsor in Laufenbergs „Parsifal“ angekündigt. In Wiesbaden hätte er neben dem „Walküre“-Wotan ab April den Wanderer im „Siegfried“ gesungen. Eine Geschichte, die nicht zu Ende war. Wer am Sonntag seinen Schlussgesang gehört hat, ist fassungslos.

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