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„Bonjour Tristesse“ Ende der Leichtigkeit

Die Bühnenfassung von Françoise Sagans berühmtem Roman im Kellertheater Frankfurt.

Wer „Bonjour Tristesse“ nachspielen möchte, setzt sich nicht nur in ein Verhältnis zu Cécile, Anne und Raymond, sondern auch zu Jean Seberg, Deborah Kerr und David Niven. Dazu gehört Mut hier erbracht von motivierten Amateuren (um das vom Frankfurter Kellertheater bevorzugte Wort zu verwenden, da das schöne Laientheater hier verpönt ist). Jedenfalls kann man sich die Bühnenadaption von Françoise Sagans Sensationsroman aus dem Jahr 1954, 1958 verfilmt, jetzt in bzw. unter der Mainstraße anschauen. Dort haben, Kellertheater hin oder her, Seyfettin Yildiz, Attila Kelemen und Alex Ortner sehr erfolgreich Sommerstimmung an der Côte d’Azur erzeugt. Keine Straßenschuhe auf der blütenweißen Fläche, Regisseurin Daniela Vollhardt und ihr Team nehmen den Schlussbeifall auf Socken entgegen.

Zuerst aber gibt es ein Eingangstableau, von dem man noch nicht wissen kann, dass es auch das Schlusstableau sein wird. Es zeigt Vater und Tochter, Sven Kube und Vanessa Schäfer, in melancholischer Stimmung nach der Entfernung der störenden Verlobten, Bettina Sachs. Dazu singt Vera Nießner Juliette Grecos Titelsong, um alsbald in die Rolle der vorerst letzten fidelen Geliebten Raymonds zu schlüpfen. Als diese von ihm abserviert worden ist, spürt das Mädchen Cécile, dass es mit dem lustigen Leben vorbei sein könnte, wenn der Vater Anne heiratet. Das Ensemble, zu dem noch Christian Brost als tüchtig ausgenutzter Cyril gehört, muss die Aura des Originals einfach voraussetzen. Die Geschichte ist dabei gut nachzuvollziehen, gerade in ihren tragischen Zügen.

Kellertheater Frankfurt: 16., 17. März, 20., 21., 27., 28. April. www.kellertheater-frankfurt.de

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