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Reformation Hier steht er nun - doch es war anders

Am 31. Oktober 1517 gab Martin Luther seine 95 Thesen bekannt. Über die Umstände gibt es sagenhafte Geschichten bis heute.

Martin Luther - Denkmal
Das Denkmal für den Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) in Eisenach, Foto: dpa

Der Ablasshandel war populär, er war absurd, aber er war dennoch tröstlich. Zur Gemengelage gehörte, dass er durchaus den Zweifel schürte, nicht nur den Glaubenszweifel, sondern den an der Repräsentationssucht der Kirche. In den Augen vieler Gläubigen geriet deren Prunksucht an den Pranger. Die Eitelkeit der Kirche war offensichtlich, sie zu verachten, war verbreitet. Es kam zu einer „unheiligen Verbindung von frühmoderner Finanztechnik und Seelsorge. Das musste den Ablass in Misskredit bringen“, stellt Heinz Schilling fest. Das allerdings bedeutete nicht, dass Luther die „geheimen Transaktionen“ tatsächlich durchschaut hätte, er hatte, beharrt der Lutherforscher Karl-Heinz Göttert, von diesen Vorgängen „nicht die geringste Ahnung“.

Luther formulierte seinen Widerspruch schriftlich und adressierte seinen Brief an den Ruchlosen selbst, Albrecht. Es folgten in rascher Folge Drucke in Leipzig, Nürnberg und Basel, insofern machte Luther aus dem Schreiben eine öffentliche Angelegenheit – auch das war äußert mutig. „Die Initialzündung“ der in Umlauf gebrachten Thesen ist unbestritten, ebenso die Reaktion Albrechts von Brandenburg, der nicht nur die Rechtgläubigkeit des Verfassers in Frage stellte, sondern diesen in Rom als Ketzer denunzierte.

Mit einem Male führten alle Wege von Rom nach Wittenberg. Die Reaktion Roms war gnadenlos, was die Gegner Luthers als „Mönchsgezänk“ herunterspielen und lächerlich machen wollten, war mehr als ein Affront – schon so etwas wie ein Anschlag, mit den Folgen einer „Explosion“. So wuchtig hat es nicht nur der Reformationsforscher Thomas Kaufmann ausgedrückt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Martin Luther

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