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Neustart im Kino "Männerherzen" voller Klischees

Das ist das neue "Keinohrhasen": Rund um sechs männliche Kunden eines Fitness-Centers wird ein Flickenteppich heiter-besinnlicher Geschichten genäht… Zeit, Doris Dörries "Männer" wiederzuentdecken. ( mit Video)

07.10.2009 14:10
Maxim Mehmet (l-r), Justus von Dohnanyi und Bastian Pastewka bei der Premiere von "Männerherzen". Foto: dpa

Berlin. Das letzte Refugium des modernen Mannes ist das Fitnessstudio. Hier treffen sie alle zusammen, die Machos und Softies, die Kraftprotze und Besserwisser. Es sind Männer wie Musikproduzent Jerome (Til Schweiger), der sich gerade in einer ernsthaften Sinnkrise befindet, da er sich mit einem ziemlich schmalzigen Schlagersänger herumschlagen muss. Auch der chaotische Philip (Maxim Mehmet) trainiert fleißig in der Muckibude. Er schleppt sich notdürftig durchs Leben und hat gerade erfahren, dass seine neue Freundin von ihm schwanger ist.

In dem schmissigen Episodenfilm "Männerherzen" wirft Regisseur Simon Verhoeven ("100 Pro") einen augenzwinkernden Blick auf die gegenwärtige Männerwelt. Das Fitnessstudio dient in diesem Zusammenhang als moderne Spielwiese, um die unterschiedlichsten Typen aufeinandertreffen zu lassen. Denn so unterschiedlich die Kerle in der Komödie charakterlich auch sein mögen: Sie wollen doch alle ihre Körper stählen, um den Frauen zu imponieren.

Dazu versammeln sich dann auch die unterschiedlichsten Darsteller vor der Kamera. Schweiger ist in dem Film ebenso zu sehen, wie Christian Ulmen oder Wotan Wilke Möhring. Die Rollenverteilung ist durchweg typisch. So gibt Schweiger den verschmitzten Kotzbrocken mit weichem Kern, während Ulmen als schüchterner Versager mit kränklich blassem Teint zu sehen ist.

Das alles wirkt keineswegs neu und lässt darauf schließen, dass Verhoeven in seinem Film vornehmlich stereotype Charaktere vorführen und allseits bekannte Männerklischees durch den Kakao ziehen will.Doch weit gefehlt! "Männerherzen" ist eine freche Komödie, die voller intelligenter Ansätze, spritziger Dialoge und Situationskomik steckt.

Ein besonderer Genuss ist hierbei Justus von Dohnányi, der in der Rolle des abgehalfterten Schlagersängers mächtig auftrumpft. In seinen Filmsongs trieft es derart vor Schmalz, dass es kaum zu ertragen, aber auch irrsinnig komisch ist.

Bei so viel männlicher Vielfalt hat es die Damenwelt natürlich schwer, überhaupt wahrgenommen zu werden. Trotzdem geben sich unter anderem Nadja Uhl, Jana Pallaske und Inez Björg David redlich Mühe, um gegen ihre liebes- und lebenstollen Kontrahenten zu bestehen.

Mit "Männerherzen" ist Verhoeven eine Komödie gelungen, die latent an "Tatsächlich ... Liebe" erinnert und dennoch ihre ganz persönliche Note trägt. Ganz am Ende gibt's als kleines Schmankerl noch den größten "Tophit" von Justus von Dohnányi als Musikvideo. (ddp)

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