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TV-Kritik: „Zoo“ Rachefeldzug der Tiere

Der Privatsender ProSieben dreht den Spieß um und lässt Vierbeiner die Menschheit jagen. Die Serie „Zoo“ erweist sich als fesselnd.

12.01.2016 08:33
Von Jana Schulze
Pro 7 strahlt ab Mittwoch Abend die neue CBS Serie "Zoo" aus. Foto: © 2015 CBS Broadcasting Inc.

Eilmeldung aus dem Zoo in Los Angelos: Löwen aus Zoo ausgebrochen! Schlägt die Natur jetzt zurück? Für den jungen Biologen Jackson Oz (James Wolk),  Löwen-Safari-Guide in Botswana,  deutet alles darauf hin. Als einer der ersten stößt er weltweit auf das Phänomen. Beunruhigt verfolgt er, wie rund um den Globus Tiere offenbar gezielt Menschen attackieren – immer öfter mit tödlichen Folgen. 

ProSieben wagt ein Experiment, nennt es „Öko-Thriller“ und begibt sich in eine Welt, in der Löwen vermeintlich bewusst so zubeißen, dass ihre Opfer schmerzvoller als sonst sterben, in der selbst liebgewonnene Katzen und Hunde ihre Ziele fast hypnotisieren – um dann ganze Gliedmaßen abzufressen. Am Anfang der neuen Serie „Zoo“ steht die These: Was wäre, wenn die Tiere beschlossen hätten: Es reicht! Wir schlagen zurück! Weil die Menschheit zu lange die dominierende Spezies war, die Träger von Fell und Federn zu lang gezähmt, zu lang mit ihnen gemacht hat, was sie wollte. Doch: Wenn es so weitergeht wie hier, muss die Menschheit bald auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt werden. 

Los Angelos, Botswana, Slowenien, Paris – an diesen Orten der Welt startet die Geschichte, die sich Stück für Stück wie ein Puzzle der Attacken zusammenfügen wird. Zu Brückenschlägern und Menschheitsrettern werden dabei die Experten: Der erwähnte Zoologe und Verhaltensforscher Jackson Oz, die Journalistin Jamie Campbell (Kristen Nora Connolly), der  Safari-Guide Abraham Kenyatta (Nonso Anozie), die Geheimagentin Chloe Tousignant (Nora Arnezeder) und der Veterinär-Pathologe Mitch Morgan (Billy Burke). Sie sollen herausfinden, was mit den Löwen und Tigern, Hunden und Katzen, Nilpferden und Krokodilen vor sich geht, warum es passiert und wie man es aufhalten kann. 

Als Basis haben sich die Macher der Serie (Jeff Pinkner, Josh Appelbaum, Andre Nemec und Scott Rosenberg) den Bestseller-Roman von James Patterson aus dem Jahr 2012 genommen. Produziert wurde sie von den CBS-Studios. Herausgekommen ist jede Menge Spannung: Gerade für Menschen, deren Reiz für Extremsituationen beim „Tatort“ endet, heißt das oft: Luftanhalten – dann, wenn ein Rudel Katzen einen Schulhof nachts belagert, wenn Hunde im Kreis um einen frischgebackenen Vater die Zähne fletschen oder wenn Löwen einen Verletzten auf einen Baum schleifen. 

Wegen der ungewöhnlichen Tierattacken könnte sich "Zoo" in die Tradition von Horrorklassikern wie Spielbergs "Der weiße Hai" (1975) oder Hitchcocks "Die Vögel" (1963) einreihen. Andererseits hat die Serie auch Elemente von globalen Öko-Apokalypsen wie M. Night Shyamalans "The Happening" (2008) oder Schätzings bisher noch nicht verfilmten Weltbestseller "Der Schwarm" (2004). 

Dabei beeindrucken die Aufnahmen der schönen Tiere, der atemberaubenden Landschaft in Afrika. Wie es sich dramaturgisch gehört, bekommt jede Figur in der ersten Folge ihre Charakterzüge verpasst – hartnäckig, tierverstehend, emotionslos, lösungsorientiert. Feiner Humor reiht sich in actionreiche, dramatische Szenen. Manchmal flirrt es vor Flirt; manchmal schreit es wegen kaputter Familiengeschichten der Protagonisten. Menschlichkeit und ein respektvolles Gefühl für die Tierheit eint sie offenbar alle – die wenigen Verbündeten, die das Rätsel um das befremdliche Verhalten der Vierbeiner lösen - oder im besten Fall stoppen wollen.

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