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TV-Kritik Menschen bei Maischberger Europas Abstieg aus der ersten Liga

Na, da hatte sich die Redaktion von Maischberger mal was vorgenommen: Weg vom Klein-Klein der Innenpolitik wie Altersarmut oder Betreuungsgeld hin zum ganz großen Rad der Weltpolitik. Die Sendung gerät in weiten Strecken recht fahrig.

14.11.2012 06:52
Von Michael Meyer
Moderatorin Sandra Maischberger. Foto: dpa

Sandra Maischberger diskutierte am Dienstagabend mit ihren Gästen über die Rolle Europas in der künftigen Welt, über China und über die Zukunft des Kapitalismus. Ausgangspunkt war ein neues Buch von Claus Kleber, Moderator des heute journals. Kleber flog einmal um die Welt fürs ZDF und machte nicht nur eine Reportagereihe daraus, sondern schrieb auch ein Buch („Spielball Erde“)  über seine Erfahrungen.

Klebers These: Der Klimawandel ist in vollem Gange, und das obwohl sich viele Regierungen überhaupt nicht um Klimafragen kümmern.  „Das Schicksal der Welt wird sich in Tonga entscheiden“, sagte ZEIT–Herausgeber Josef Joffe scherzhaft.  Fakt ist:  Weder die USA noch China sind weitaus führend in Sachen Klimaschutz. Im Gegenteil: Es bleibt noch viel zu tun.

Defizite bei Menschenrechten

Neben dem Klimathema beschäftigte sich Sandra Maischberger mit den neuen politischen Verhältnissen in Washington und Peking.  „Obama hat hoffentlich seine Lektion gelernt, er muss die politischen Gegner einbinden, was in der ersten Amtszeit schwierig war“, meinte Claus Kleber.   Die Frage nach den Menschenrechten und der politischen Teilhabe zieht sich dabei um den gesamten Globus.  „Die Marktwirtschaft hat als blinden Passagier immer Demokratie und Menschenrechte im Gepäck“, behauptete Hans-Olaf Henkel, Ex-Industriemanager und einer der Dauergäste im deutschen Fernsehen. Doch was ist mit China?  Was war mit Chile und Argentinien in den siebziger Jahren? Da müsse man die Machthaber eben immer wieder an die Menschenrechte erinnern, meinte Henkel. 

Was blieb von der in weiten Strecken doch recht fahrigen Sendung;: Wir werden uns möglicherweise daran erinnern müssen, dass Europa künftig nicht mehr in der ersten Reihe der Weltmächte spielt. China, Indien, Brasilien, Mexiko - diese Länder werden in 30 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit dramatisch aufholen.  Ist das ein Problem? Nicht unbedingt, aber man muss sich darauf einstellen.  Und immerhin:  Auch China hat mit seiner jahrzehntelangen „Ein-Kind-Politik“ noch ein immenses Problem. Die weltpolitische Karte – sie ist in jedem Fall in Bewegung. 

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