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„The Code“ Manchmal sagen Daten nur die halbe Wahrheit

Nachdem Jesse und Ned Banks in der ersten Staffel von „The Code“ einen Umweltskandal aufgedeckt haben, führt sie die zweite Staffel nach Papua-Neuguinea.

Code
Ned und Meg (Ella Scott Lynch, r.) besuchen Remsey (Greg Kapernick) im Gefängnis in West-Papua. Foto: arte/Kate Ryan

In der ersten Staffel der australischen Serie „The Code“ hatten Jesse und Ned Banks einen Umweltskandal aufgedeckt. Freunde macht man sich damit nicht. In der Fortsetzung sehen sie sich massiver Willkür ausgesetzt. Und geraten in Lebensgefahr.

Keine Zeit zum Durchatmen – die Gebrüder Banks rutschen gleich in den nächsten Schlamassel. Die zweite Staffel der mehrfach preisgekrönten australischen Serie „The Code“ knüpft an, wo die erste endete. Die Enthüllungen des Journalisten Ned Banks (Dan Spielman) und die Datenräubereien des Computerpfiffikus‘ Jesse (Ashley Zukerman) sind nicht ohne Auswirkungen geblieben.

Moralisch im Recht, haben sie doch Gesetze gebrochen

Moralisch natürlich im Recht, haben sie doch US-Gesetze gebrochen. Und die USA verlangen nun ihre Auslieferung. Die australische Staatsanwaltschaft ist geneigt, dem Ansinnen nachzugeben. Es sei denn … Hockt da doch ein Lump namens Jan Roth (Anthony LaPaglia) im indonesischen Dschungel und unterhält im Darknet eine Börse für alles, was verboten ist. Drogen, Waffen, Kinderpornographie.

Gerade erst wurde ein Teenager namens Callum (Otis Pavlovic) als vermisst gemeldet. Man fand Bilder von ihm im Darknet. Ein widerwärtiges Verkaufsangebot. Jesse, der Computerhexer, soll Jan Roth in eine Falle locken. Im Gegenzug würden die Ermittler und Lara Dickson (Sigrid Thornton), die an allerlei Drähten ziehende Chefin der hilfsweise herangezogenen IT-Firma Vertex, ein gutes Wort für die Banks-Brüder einlegen.

Jesse legt Hand an die Tastatur, aber dabei wird es nicht bleiben. Der misstrauische Jan Roth verlangt eine persönliche Übergabe der versprochenen Daten. Und ist schlau genug, die Polizei auszutricksen, die Jesse und seiner Freundin Hani (Adele Perovic) doch so vollmundig versichert hatte, es könne gar nichts schiefgehen. Und so kommt es, dass sich Jesse und Hani im Dschungel Papua-Neuguineas wiederfinden. Und lernen, die ihnen zugemessenen Informationen von einer ganz anderen Seite zu sehen …

Der politische Hintergrund ist real

Shelley Birse, die Schöpferin und Autorin von „The Code“, bleibt sich treu. In sechs einstündigen Episoden entwickelt sie einen veritablen Cyber- und Politthriller. Ihre Meisterschaft besteht darin, die Spannungsmechanismen mit Zeitkritik zu verknüpfen und gar noch eine psychologisch stimmige, rührende Liebesgeschichte ohne Schmus einzuflechten. Der profund entwickelte und von den Schauspielern gekonnt umgesetzte menschliche Faktor ist es, der diese Serie von manch anderen Thrillerserien neuerer Herstellung positiv abhebt.

Der politische Hintergrund ist real: In Papua-Neuguinea fordern Einheimische die Unabhängigkeit von Indonesien und wehren sich, unterstützt von Umweltschützern und Menschenrechtlern, gegen die Vernichtung des Regenwaldes durch ausländische Bergbaukonzerne. An einer Stelle in der Serie heißt es sinngemäß: Des einen Terroristen ist des anderen Freiheitskämpfer.

Der Satz steht für das eigentliche Thema der Serie. Birse und ihr Koautor Sean Cook zeigen schlüssig auf, wie ein Mensch zu dem werden kann, was seine Gegner einen Terroristen nennen. Per Definition ist ein Terrorist jemand, der zur Erreichung politischer Ziele Gewalttaten verübt. Wie aber soll man es nennen, wenn ein vom Staat gestützter Bergbaukonzern und eine gedungene Sicherheitsfirma bar aller Skrupel nichts anderes tun?

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