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"The Code", Arte Politthriller mit besonderer Note

Politische Ränke in der Regierung, Korruption in Behörden, Geheimnisvolles abseits der Zivilisation – der australische Sechsteiler „The Code“ mit Lucy Lawless.

Außenminister Ian Bradley (David Wenham) liegt viel daran, die Aufmerksamkeit von dem Unfall im Outback abzulenken. Foto: Arte France / Playmaker Production / Simon Cardwell

Dank Internet und einer erweiterten Berichterstattung sind deutsche Serienfans inzwischen bestens über die Entwicklungen speziell auf dem US-Markt informiert. Andere Länder kommen, teils schon allein der Sprachbarriere wegen, zu kurz. Die US-Sender selbst hingegen halten weltweit Ausschau nach interessanten Serienformaten, adaptieren israelische, spanische, immer wieder britische Serien. Und australische, so wie jüngst „The Slap“, deren Original 2013 bei Arte unter dem Titel „The Slap – Nur eine Ohrfeige“ zu sehen war.

Aktuell zeigt Arte den australischen Sechsteiler „The Code“, als Export bereits jetzt ein Erfolg und wiederum ein heißer Kandidat für ein US-Remake. Über seinen lateinamerikanischen Ableger ist indirekt das US-amerikanische SundanceTV am Projekt beteiligt.

Die Autorin Shelley Birse, die zuvor unter anderem zu der auch in Deutschland bekannten Jugendserie „Emmas Chatroom“ beisteuerte, entwickelt auf Basis zwar bekannter, hier aber originell variierter Konstellationen eine spannende und auch visuell packende TV-Erzählung, die Geschehnisse im australischen Outback mit einem Komplott hoher politischer Kreise verknüpft.

Ein verhängnisvoller Ausflug

Die dramatischen Ereignisse nehmen ihren Anfang, als ein junges verliebtes Paar bei einem heimlichen Autoausflug nachts in einen Verkehrsunfall gerät. Das Mädchen stirbt, ihr Freund Clarence (Aaron L. McGrath) wird blutüberströmt aufgefunden. Der Internetjournalist Ned Banks (Dan Spielman) weiß davon noch nichts, als ihm aus dem Regierungslager belastende Fotos zugespielt werden, die den Minister für erneuerbare Energien zu Fall bringen sollen. In diesem Material findet sich ein ausgerissener Zettel mit dem Wort „Lindara“. Banks forscht nach, entdeckt den gleichnamigen Ort und stößt auf die Geschichte mit den zeitweilig als verschwunden gemeldeten Teenagern.

Alex Wisham (Lucy Lawless), die Lehrerin der kleinen Siedlung, überlässt Banks ein Handyvideo, das der traumatisierte Clarence aufgenommen hatte. Es ist beschädigt und lässt anfangs wenig erkennen, aber Banks‘ leicht autistischer Bruder Jesse (Ashley Zukerman), ein auf Bewährung entlassener Datenknacker, vermag den Film ansatzweise wiederherzustellen. Anfangs lässt sich das dokumentierte Geschehen nicht recht deuten, aber als Ned die Aufnahmen ins Web stellt und Jesse trotz Verbots Recherchen anstellt, wird nicht nur die wenig zimperliche Behörde für Internetkriminalität aktiv. Ned und Jesse wissen bald nicht mehr, wem sie noch vertrauen können. Und auch der junge Clarence gerät in Gefahr.

Zwischen Regierungssitz und Outback

Shelley Birse und Regisseur Shawn Seet spielen die Vorzüge ihrer Schauplätze vollends aus. Impressionen der an einen See gebetteten, hier in der kalten Jahreszeit gezeigten Gartenstadt Canberra und die Weite der australischen Wüste liefern reizvolle Kontraste, das politische Milieu der Hauptstadt reibt sich mit den dörflichen Verhältnissen in Lindara, die auf Außenstehende bukolisch wirken mögen, von manchen Einheimischen aber als eintönig oder sogar bedrückend empfunden werden. Es gibt Einstellungen, in denen das Bild zu zwei Dritteln aus Himmel besteht. Aber unter diesem tintenblauen Baldachin ist in der Einsamkeit des Outbacks viel Platz für kriminelle Machenschaften.

Zur modernen Anmutung der Inszenierung trägt bei, dass Kameramann Bruce Young immer wieder Web-Seiten und Datenströme über das eigentliche Bild legt, die Kamera sogar die Perspektive aus dem Inneren eines Monitors einnehmen lässt. Keine selbstzweckhaften Spielereien, sondern wirksames Symbol für die Verschränkung der realen mit der Cyberwelt, die unausweichlich mit Überwachung und Kontrolle einher geht.

Die Ensemblemitglieder sind hierzulande bislang weitgehend unbekannt, ausgenommen die Neuseeländerin Lucy Lawless, die sich als Kriegerprinzessin „Xena“ anhaltenden Kultstatus erspielte und danach mit Serien wie „My Superhero Family“, „Spartacus“ und „Top of the Lake“ auf deutsche Bildschirme gelangte. Arte zeigt immer donnerstags jeweils zwei Folgen des Mehrteilers.

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