Lade Inhalte...

TV-Kritik "Krauses Geheimnis" Horsts schöne Dompteurin

Eine weitere Geschichte um den Dorfpolizisten in Brandenburg: „Krauses Geheimnis“. Unblutig und schlimmstenfalls mürrisch geht es dabei auf dem brandenburgischen Land zu.

Der Dorfpolizist Krause ist maximal mürrisch - aber niemals brutal. Foto: rbb/Stephan Rabold

Gerade konnte man Andreas Schmidt im „Polizeiruf“ unerwartet mörderisch erleben, da ist er schon wieder ein netter Dorfschlunz mit dem passenden Namen Schlunzke. Eigentlich aber spielt der Schauspieler Horst Krause als Horst Krause noch einmal die Hauptrolle; der „Polizeiruf“-Dorfpolizist ist zwar auf einem behutsam langsamen Weg in den Ruhestand, aber die Reihe, die 2007 mit „Krauses Fest“ begann, wird jetzt noch einmal mit „Krauses Geheimnis fortgesetzt.

Unblutig und schlimmstenfalls mürrisch geht es dabei auf dem brandenburgischen Land zu, der fiktive Ort, in dem Krause und Schwester Elsa (Carmen-Maja Antoni) ihr Wirtshaus betreiben, heißt ja auch Schönhorst.

In Schönhorst also taucht eines Tages ein alter „Tatort“-Bekannter auf, Frankfurts Ex-Ermittler Fritz Dellwo – Moment, Entschuldigung, hier heißt Jörg Schüttauf ja Albert, kein Nachname, und ist eine zwielichtige, Erdbeeren stehlende Gestalt, die zur See fährt. 

Er taucht also auf, will bei Krauses im Gasthof ein Zimmer, stellt bald indiskrete Fragen nach einem Zirkus, der im Sommer 1961 in Schönhorst gastierte. Da gab es eine fesche Dompteuse .... Spätestens wenn dann Horst Krause schnell und heimlich in einer alten Kiste altes Papier herauskramt, trapst die Nachtigall, und wie laut!

Aber das ist nicht schlimm, schließlich will „Krauses Geheimnis“, Regie und Buch Bernd Böhlich, nicht wirklich ein Geheimnis ums „Geheimnis“ machen. Der junge Horst hatte was mit der Dompteuse, die schon bald wieder weggezogen war. Und sich nicht meldete. 

Vergeblich verliebt

Idyllisch, aber nicht zu arg idealisiert ist das Dorfleben in den Krause-Filmen. Da bekommt nicht jeder Topf sein Deckelchen. Schlunzke zum Beispiel ist ja schon recht lange vergeblich in Dr. Jessen verliebt (eine fein zurückhaltend spielende Fritzi Haberlandt). Das wird wohl auch so bleiben – auch wenn Schlunzke auf der finalen Paris-Reise vielleicht den ein oder anderen Charmeurs-Kniff lernt.

Lediglich die auf Dr. Jessens Einladung anrückenden Yuppie-Städter sind pures Großkotz-Klischee. Aber die hauen gleich wieder ab.

Von Zeit zu Zeit sieht man ihn einfach gern, den korpulenten Krause mit seinem skeptischen Blick. Und noch lieber sieht man ihn auf seinem alten Motorrad mit Beiwagen, in dem mal der Hund und mal der neu gefundene Sohn Platz haben. Und die brandenburgische Sommerlandschaft ist sowieso eine Augenweide.

„Krauses Geheimnis“, ARD, Freitag, 20.15 Uhr.

 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen