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Terence Hill im BR Bei der „Bergpolizei“ taucht ein alter Bekannter auf

Im BR startet „Die Bergpolizei“ mit ein paar Griffen in die Krimi-Klamottenkiste und einem alten Bekannten: Terence Hill.

Ja, es ist wirklich Terence Hill, hier mit Gaia Bermani Amaral als Tierärztin. Foto: BR

Das Südtiroler Hochpustertal ist wirklich spektakulär. Sattgrüne Weiden und smaragdfarbene Seen, schroffe Berge, Bilderbuchdörfer mit Kirchlein. Die Zahl deutscher Südtirol-Touristen wird gewiss eine TV-Serie weiter erhöhen, von der es in Italien bereits vier Staffeln gibt und die nun im Bayerischen Fernsehen startet und jeweils freitags zu sehen sein wird: „Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel“ hat sie der BR genannt (Original: „Un passo dal cielo“). 

Fans des einstigen Spaßwestern-Duos Bud Spencer/Terence Hill werden eine Hauptfigur unschwer erkennen: Den Kommandanten der Forstwache spielt nämlich ein gut gealterter Terence Hill (eigentlich Mario Girotti, Jahrgang 1939) mit noch immer sportlich-trainierter Statur und intensivem blauen Blick – egal, ob am Fels, im Sattel oder aber Auge in Auge mit den Bösewichten. 

Die erste Folge, „Auf den Spuren des Wolfes“, folgt ziemlich offensichtlich dem Prinzip „Ein Greenhorn im Wilden Westen“: Aus Neapel kommt Kommissar Vincenzo Nappi (Enrico Ianniello) in die Marktgemeinde Innichen (in echt ca. 3300 Einwohner).

Er kommt mit den falschen Schuhen, erstmal der falschen, nämlich gar nicht naturnahen Einstellung und einer Verlobten in Neapel, die sich beim Skypen immer die Nägel lackiert. 

Gleich aber muss sich der Kommissar die Polizeiwohnung mit Tierärztin Silvia teilen (Gaia Bermani Amaral, ganz der Typ Julia Roberts) – und man weiß, wie so etwas ausgeht. Da schon in den ersten 60 Minuten von „Die Bergpolizei“ außerdem alles rasend schnell geht, wird selbst der kranke Esel, den Silvia just mit in die Wohnung bringt, der Liebe zwischen ihr und dem Kommissar bald nicht mehr im Weg stehen. Überhaupt überschlagen sich die Ereignisse. Und geht man dabei Klischees und Abenteuerroman-Kitsch eher nicht aus dem Weg. 

Forstwache-Kommandant Pietro findet im Wald eine tote junge Frau. Ein Wolf bewacht sie zwar, aber er ist offenbar sogar mit dem Wolf bekannt. Hurtig wird die Familie verständigt (der Bruder macht sich halb verdächtig). Hurtig wird von Pietro die Hütte gefunden – er kann halt Fährtenlesen –, in der die junge, einst drogensüchtige Frau sich aufgehalten hat. Und siehe, sogar das Blut im Stroh ist noch feucht.

Hurtig erfährt der Zuschauer, dass Pietro Witwer ist, dass er regelmäßig von seiner beim Klettern abgestürzten Frau albträumt. Zwischendurch schnitzt er. Zwischendurch zaubert er eine selbstgemachte Salbe gegen den Hautausschlag des Kommissars hervor. Dieser Kommandant ist Kräuterweiblein plus Dorfbewohner-Versteher plus Pferde- und Wolfflüsterer. Mindestens. Und gleich hängt auch schon der böse Bube überm Abgrund und greint: „Lassen Sie mich nicht sterben!“. Bestimmt nicht. 

Indessen joggt der Neue, wo offenbar einfach kein Mensch joggt, sondern alle klettern oder reiten oder Wölfe zähmen. Indessen rasiert sich der Alte seelenruhig vor seiner Holzhütte mit prächtigem Blick auf den Pragser Wildsee. „Stadtmensch trifft Naturbursch“, heißt es in der Ankündigung des BR. Aber ein paar Selbstverständlichkeiten und Stücken aus dem Krimi-Klamottenkasten hätten die italienischen Macher der Serie in den ersten 60 Minuten gern aus dem Weg gehen können. 

 

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